Avatar - Aufbruch nach Pandora

Kritik Avatar - Aufbruch nach Pandora (2009)

Lange nicht das erwartete Meisterwerk

Montag, 08. Februar 2010    Kommentare 2 Kommentar(e)

Diese Kritik zu Avatar - Aufbruch nach Pandora wurde vom Besucher Christian erstellt. Sie stellt nicht die Meinungen und Ansichten von Moviejones.de dar.

"Avatar - Aufbruch nach Pandora" Trailer 2 (dt.)
Ich habe diesen Film nach langem hin und her in der 7. Woche dann doch noch, sogar in 3D, gesehen. Ich habe mich nach den unglaublichen Vorschusslorbeeren und den etwa 5 Trilliarden positiven Kritiken zunächst geweigert mir diesen "Effekt-Porno" anzuschauen. So, da nun meine Schwester und ihr Lebensgefährte den Film auch für gut befunden hatten, ihn sogar lobten, hab ich mich dann doch dazu durchgerungen ihn zu schauen.

Und siehe da: schlecht war er nicht. Allerdings auch lange nicht das erwartete Meisterwerk.

Fangen wir beim Positiven an:
- wir haben selbstverständlich das Feinste vom Feinen an modernen visuellen Effekten und das alles sogar in 3D
- wir haben in den paar Szenen mit Realschauspielern recht gute Schauspielerei
- wir haben Kritik an der Expansionspolitik der USA, sogar mit futuristischen Rückblicken auf die amerikanischen Ureinwohner
- wir haben sogar einige wirklich rührende und emotionsgeladene Szenen

Jetzt das Negative:
- wir haben Effekte die über große Strecken dem Selbstzweck verfallen
- wir haben große Szenen, die in ihrem Selbstzweck, der dem Effekt dient, schlichtweg überflüssig sind und in jedem anderen Film aus Gründen mangelnden Storytellings herausgeflogen wären
- wir haben eine überaus vorausschaubare Story, die auch noch mehr als einmal mit der großen "Vorankündigungs-Keule" ihre Wendungen dem Zuschauer vorab einbläut und die oft genug dem regelmäßigen Kinogänger durch ihre Banalität spottet
- wir haben eine dermaßen klare Schwarz-Weiß-Sicht, dass man sich mehr als einmal wünscht doch selbst ein wenig Grau in den Film mischen zu dürfen. Im ganzen Film findet sich nur eine einzige Figur mit leichtem Grauschimmer und das ist der Großindustrielle, der wohl absichtlich mit einem vergleichsweise jungen Schauspieler für seine große Verantwortung besetzt wurde, um diesen Effekt zu erzielen

So, das alles führt mich zu meinem Fazit:
Der Film spaltet mich. Auf der einen Seite habe ich natürlich ein eindrucksvolles Technikdenkmal, das mir vor Augen führt, wie weit die Computer-Animationen schon sind, auf der anderen Seite habe ich das Problem, dass ich einen Realfilm und keinen Animationsfilm erwartet hatte.
Dazu kommt, dass die Story, wenn auch über weite Strecken gefühlvoll inszeniert, zum einen viel zu platt und vorausschaubar und zum anderen viel zu dünn für einen 3-Stunden-Film ist. Über Schauspieler braucht man nicht viel sagen, da sie im Grunde im Film nicht viel selbst schauspielern. Bevor Protestschreie laut werden: Motion-Capturing auf Gesichtsebene ist für mich keine Schauspielerei mehr, sondern Mimik-Leihe.

Meine Wertung lautet folglich:
6/10 Punkte für einen bemühten Film, der eindrucksvoll technisch Mögliches demonstriert
+ 1 Punkt, für den Mut ein solches Unternehmen zu starten und die Kraft es nicht vor den Baum zu setzen, an James Cameron.
--> 7/10 Punkte
 
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Jetzt kommentieren? / 2 Kommentar(e)

Besucherkommentar

Tyrion | 2010-02-10 00:39:38

Sehr treffende Kritik wie ich finde!

Mitglied seit: 12.05.2009 | Posts: 28 | Punkte: 331 | PM schreiben

Besucherkommentar

McLovin | 2010-02-09 13:59:48 | Goldkerlchen

sehr gute Kritik.

Mitglied seit: 13.01.2010 | Posts: 296 | Punkte: 10840 | PM schreiben

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