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The Nice Guys

Gelungener Angriff auf die Lachmuskeln - The Nice Guys

The Nice Guys Kritik

1 Kommentar(e) - 26.05.2016 von ZSSnake
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von ZSSnake.
Filmkritik

The Nice Guys Bewertung: 4.5/5

"Ein bisschen Spaß muss sein!" - das hat sich Shane Black wohl gedacht, als er The Nice Guys schrieb. Die Detektiv-Buddy-Komödie probiert sich als charmanter Throwback in die 70er und nimmt sich dabei mit überwiegend wenig jugendfreiem Humor weitestgehend nicht besonders Ernst. Ob dabei das von den Trailern her erhoffte Comedy-Highlight herausgekommen ist? Lest selbst.

Trailer zu The Nice Guys
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Inhalt:
Los Angeles, 1977: der mehr oder minder erfolgreiche Detektiv Holland March schlägt sich mit seiner Tochter Holly so durch. Sein aktueller Auftrag lässt ihn auf der Suche nach der Tochter der Justizministerin - Amelia - unfreiwillig mit Jackson Healy aneinandergeraten, der ihm dabei den Arm bricht. Healy, seines Zeichens "Problemlöser", wird jedoch selbst von zwei Verbrechern in seiner eigenen Wohnung nach Amelia befragt. Healy tut sich also kurzum auf der Suche nach der Vermissten mit March zusammen. Das ungleiche Gespann stellt schnell fest, dass sie nur gemeinsam die Gesuchte finden werden. Währenddessen entspinnt sich ein Geflecht aus Lügen und Gewalt, in dem neben den Beteiligten auch mehr als ein Unbeteiliger zu schaden kommen...

Kritik:
Allem voran ist The Nice Guys einfach ein herrlich lustiger Film über ein ungleiches Buddy-Paar, grandios verkörpert von Russel Crowe (Healy) und Ryan Gosling (March), in dem eine Detektivgeschichte mit viel Augenzwinkern, recht expliziter Gewalt und tonnenweise Situationskomik erzählt wird. Die beiden Hauptdarsteller werden unterstützt von Angourie Rice, welche Healys, mit einem großen Mundwerk ausgestattete, 13-jährige Tochter Holly spielt. Das ungewöhnliche Gespann flucht, säuft, schießt und stolpert sich dabei erfrischend unbedarft durch den Plot.

Die Story um Pornografie, Umweltverschmutzung, Drogen und Verbrechen passt wie die Faust aufs Auge ins L.A. der 70er. Versmogt, heruntergekommen und roh präsentiert Black hier die Stadt der Engel immer wieder, nur um diese Impressionen mit dem bunten, glamourösen Nachtleben zu brechen, dass sich in Neonfarben durch den Film zieht. Dabei tummeln sich allerlei zeitgenössische Gestalten auf diesen Partys, eine skurriler als die andere, was schnell dafür sorgt, dass große Teile des Humors des Films sich vor allem aus den absurdesten Momenten ergeben, die man sich im jeweiligen Setting vorstellen könnte. Sicher, die knochentrockenen Sprüche von Crowe sowie die regelrechte Idiotie mit der Gosling seine Figur spielt tragen weitere Ebenen des Humors bei, aber es wird immer auf die Szenen zugeschnitten.

So wirkt der Film in seinem Humor oftmals wie Bühnen-Comedy, ein Tanz aus Aktion und Reaktion, in dem die Darsteller voll aufgehen. Crowe hat zudem im Regelfall die schlagenden Argumente, während Gosling sich mit viel Glück und ständig betrunken durch die Szenen mogelt und dabei seinen Charme spielen lässt. Seine Cleverness liegt vor allem in seiner Tochter Holly, die sich auf ihre Weise an der Ermittlung beteiligt und trotz großem Mundwerk eine Komponente kindlicher Unschuld in den Film einfließen lässt, ohne dabei jedoch allzu sehr als erhobener Zeigefinger daherzukommen.

Der Rest der Story wird locker nebenbei erzählt, scheint auch weniger im Fokus zu liegen als vielmehr die Idee einfach eine absurd-lustige Geschichte zu erzählen, die mit "zwei Typen kommen in ne Bar" anfangen könnte. Der Film hat einige spannende Momente, eine durchaus durchdachte Detektivstory und auch ein paar traurige Elemente zu bieten, die alle im Hintergrund perfekt ineinandergreifen und mit denen Black perfekt jongliert - doch im Kern ist es eine großartige Komödie, die ihren drei Kerndarstellern einfach eine Bühne bietet 2 Stunden lang die Sau rauszulassen. Die Bösewichte und deren Handlanger, die allesamt harte Hunde sind und alles was im Hintergrund auf dem Spiel steht sind dabei durchaus vorhanden und greifbar, aber der Humor verlagert sich immer wieder in den Vordergrund.

Daneben stehen hervorragend geschnittene Action, visuelle Finesse und ein phänomenaler Score auf der Haben-Seite, die diese Spielwiese für die Darsteller bereiten und die 70er-Atmosphäre perfekt machen.

Fazit:
The Nice Guys ist Comedy par excellence. Shane Black hat ein Feuerwerk aus Gags vorbereitet, die nahezu alle zünden und das ist vor allem den drei grandiosen Hauptdarstellern zu danken. Setting, Ideen, Score - das alles atmet die 70er und lässt den Film herrlich unmodern wirken. Der Plot entspringt direkt dem White Trash und ist mit Machoismen, Sexismus und Gewaltverharmlosung durchzogen - aber es funktioniert wenn man den Film einfach für das nimmt was er ist: ein wahnsinnig lustiges Genrestück, dem man einfach nicht zu ernsthaft begegnen darf. Dann allerdings ist The Nice Guys so ziemlich das Witzigste, was wir bisher dieses Jahr im Kino bestaunen durften und Shane Black hat erneut bewiesen welch talentierter Regisseur in ihm steckt.

4,5/5 Hüte bzw 9/10 Punkte ist mir dieses Fest für die Lachmuskeln wert,

jedem der mal wieder eine erwachsene Komödie braucht sei jedenfalls dringend der Kinobesuch empfohlen ;-)



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The Nice Guys Bewertung
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910
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1 Kommentar - Moviejones distanziert sich von Userbeiträgen.
Cairbre
Moviejones-Fan
14.07.2016 | 16:58 Uhr14.07.2016 | Kontakt
Jonesi

Schöne Kritik, dem kann ich mich nur anschließen: Tolle schwarzhumorige/sarkastische Komödie in detailverliebten 70ern mit überzeugenden Darstellern, die von einer absurden Situation in die nächste stolpern und es irgendwie immer vermasseln aber doch vorankommen. Dazu gibts wilde Parties, bunte Kostüme und launige Sprüche! Was will man mehr smile