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Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück

Kurz-Kritik: Lebensphilosophien

Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück Kritik

3 Kommentar(e) - 05.12.2016 von luhp92
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von luhp92.
Filmkritik

Bewertung: 4.5/5

"Captain Fantastic" ist nicht etwa die x-te Superheldenverfilmung aus dem Hause Marvel oder DC, sondern ein Film über eine Aussteigerfamilie mit Viggo Mortensen in der Hauptrolle und einer Gruppe von talentierten Jungschauspielern als seine Kinder. Erinnert sich noch jemand an die "Herr der Diebe"-Realverfilmung? "Riccio" George MacKay verkörpert hier Mortensens ältesten Sohn.

Trailer zu Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück
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  • Anmerkung zum Trailer: Schaut nur die erste Minute ;-)

Seit zehn Jahren leben Ben (Mortensen) und Leslie mit ihren sechs Kindern in einer Hütte im Wald. Sie haben einen eigenen Garten, Fleisch erjagen sie sich selbst. Sie besitzen kein Internet, kein Telefon und keinen Fernseher, ihr einziger Kontakt zur Außenwelt ist ein alter Linienbus, der wahlweise auch zu einem Wohnmobil umfunktioniert werden kann. Auf dem Tagesplan stehen hartes körperliches und geistiges Training, den von Kapitalismus- und Konsumkritik durchzogenen Schulunterricht übernehmen die beiden Elternteile selbst. Auf die Probe gestellt wird die Familie, als sich Leslie das Leben nimmt und Leslies Vater die "Hippiespinner" von der Beerdigung fernhalten will.

Ich habe "Captain Fantastic" letzten Dienstag gesehen und seitdem versuche ich mich an einem Text, mir wollen aber keine Beschreibungen einfallen, die dem Film gerecht werden. Daher möge man mir verzeihen, wenn ich mich diesmal kurz fasse. Matt Ross’ Bilder entfalten eine eindrucksvolle Wucht und das nicht nur wegen der Farbenpracht. Die Introszene im Wald könnte auch aus Iñárritus "The Revenant" stammen, die eingespielten oder vom Cast eingebrachten Lieder vermitteln in Kombination mit den Bildern ein ultimatives Gefühl von Freiheit und Wildnis. Während dem Zuschauer und den Stadtbewohnern die Verschrobenheit der Familie auffällt, empfindet sie ihr Auftreten selbst als würdevoll, Ross bringt beides filmisch sehr gut in Einklang, ohne in die eine oder andere Richtung abzudriften. Kein arroganter Spott, keine naive Huldigung.

Dieser Einklang macht "Captain Fantastic" auf inhaltlicher Ebene zu einem großartigen und lehrreichen Film. In seinen 120 Minuten diskutiert Ross zwei verschiedene Lebensphilosophien, wägt Vor- und Nachteile dramaturgisch manchmal etwas zu vorhersehbar gegeneinander ab und beendet die Diskussion schließlich mit einem gelungenen, angemessenen Fazit. Falls man die Charaktere als Zuschauer bis dahin nicht liebgewonnen hat, dürfte man ihr Handeln zumindest nachvollziehen können, denn Ross beleuchtet sie von beiden Standpunkten aus.

Sehr empfehlenswert!



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Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück Bewertung
Bewertung des Films
910
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GeneralGrievous
Moviejones-Fan
Geschlecht | 17.03.2017 | 20:31 Uhr17.03.2017 | Kontakt
Jonesi

Hey luph, was geht ab?

Nachdem Viggo Mortensen für seine Rolle in Captain Fantastic für einen Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert wurde und ich deine extrem positiv wertende Kritik gelesen habe, stand dieser Film schon länger auf meiner Liste. Ich freue mich, dass es heute Abend endlich mal geklapppt hat. Denn ich wurde nicht im Ansatz enttäuscht. smile

Ich habe selten eine so schöne Tragigkomödie wie diese gesehen, die mich zwei Stunden lang komplett von meinem Alltag abschalten ließ. So viele herzerwärmende Szenen, eine tolle Musikauswahl, grandiose Naturaufnahmen und "Begegnungen der anderen Art" - dieser Mix aus traurigen und witzigen Momenten ist in diesem Fall durch und ganz geglückt. Die Kinderschauspieler passen zu ihren Figuren wie die Faust aufs Auge und nun ja, der gute Viggo spielt einfach nur fantastisch. Die von dir beschriebenen Anfangsszenen vermitteln in der Tat ein Gefühl der absoluten Idylle und Harmonie - da stellt man sein "normales" Leben schon mal infrage und stellt sich vor, wie ein Leben in der Natur so sein könnte. Aber gut, das Leben ist zu kurz, dann lerne ich halt wieder für meine anstehenden Uni-Prüfungen, yay. laughing

Dies wird definitiv nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich mir Captain Fantastic ansehe. smile Danke nochmals für den Tipp! Schade, dass es keine Kritik von MJ gibt.

luhp92
BOTman Begins
Geschlecht | 06.12.2016 | 14:53 Uhr06.12.2016 | Kontakt
Jonesi

@hekra

Bei uns lief er im Unikino.

Ich wurde vom Titel und von Viggo Mortensen angefixt, hatte ansonsten aber überhaupt keine Ahnung, was da auf mich zukommt. Dementsprechend wurde ich auch sehr positiv überrascht, ich würde "Captain Fantastic" ebenfalls zu den Highlights des Jahres zählen.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

hekra
Moviejones-Fan
Geschlecht | 06.12.2016 | 05:53 Uhr06.12.2016 | Kontakt
Jonesi

schön - endlich noch jemand, der diesen film gesehen hat!

ich habe ihn im sommer im kino gesehen und es war definitiv ein filmhighlight des jahres.