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Flight

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Persönlicher Absturz

Flight Kritik

Flight Kritik
2 Kommentare - 22.01.2013 von Moviejones
Wir haben uns "Flight" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Flight

Bewertung: 3.5 / 5

Whip Whitaker ist ein erfolgreicher Pilot, der den Annehmlichkeiten seines Jobs überaus aufgeschlossen gegenübersteht. Mit einer Stewardess hat er eine heiße Affäre und sein Koks-Dealer wurde mit der Zeit ein dicker Buddy. Leider läuft es privat nicht so rund, denn geschieden von seiner Ehefrau verspielt er sich häufig alle Credits bei seinem Teeniesohn. Doch bei allen Unzulänglichkeiten beweist Whip Tag für Tag eines: Er ist ein großartiger Pilot. Seine Erfahrung ist es auch, die ihm dabei hilft, einen kühlen Kopf zu bewahren, als sein Jet inmitten einer Sturmfront abzustürzen droht. Mit einer wahrlich spektakulären Landung rettet er die Passagiere und wird als Held gefeiert. Bis, ja bis Spekulationen in der Presse aufkommen, ob der missglückte Flug tatsächlich an Sturm und technischen Defekten lag - oder an Whips Angewohnheit, nur zu gern einen über den Durst zu trinken...

Man muss kein Fan von Denzel Washington (Training Day, The Book of Eli) sein, um neidlos anerkennen zu können, dass der Mann sein Handwerk versteht und Rollen zum Leben erwecken kann. Whip Whitaker ist dabei beileibe kein Sympath, was spätestens deutlich wird, als seine Alkoholsucht in Flight zum Thema wird, die ihn menschlich als auch moralisch in die Knie zwingt. Dessen Selbstgerechtigkeit, Überheblichkeit und fehlende Demut - wenn auch im Angesicht des Schocks - lassen den Zuschauer lange Zeit fast hoffen, dass die Story, die sich seine Verbündeten zurechtbiegen, auffliegt. Doch funktionieren Filme nicht oft am besten, wo abseits der üblichen Gut-Böse-Zeichnung Protagonisten mit Ecken und Kanten im Zentrum der Handlung stehen?

Trailer zu Flight

An Washingtons Seite ist lobend eine ganze Riege toller Nebendarsteller zu erwähnen, allen voran Bruce Greenwood (Star Trek), der viel zu selten im Kino zu sehen ist und bereits in Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit an Washingtons Seite spielte. Überaus cool kommt außerdem Jon Goodman (The Big Lebowski, The Artist) in seiner Dealerrolle daher - das krasse Gegenteil von Don Cheadle (Iron Man 2), der den ambitionierten und gerissenen Frackträger spielt. Weniger bekannt, aber ebenfalls passend besetzt ist die Rolle der drogenabhängigen Nicole, empathisch gespielt von Kelly Reilly (Sherlock Holmes 1 & 2). Einer der besten Momente im ganzen Film ist ein Gespräch zwischen Whip, Nicole und einem jungen Krebspatienten, gespielt von James Badge Dale (24 - Twenty Four, The Grey - Unter Wölfen). Dieser kurze verbale Schlagabtausch im Hospital, zwischen drei völlig Unbekannten, zieht dich regelrecht in den Film hinein und man kommt nicht umhin, an seine eigene Vergänglichkeit und Verfehlungen zu denken.

Regisseur Robert Zemeckis, der uns einst Zurück in die Zukunft 1-3 schenkte, dem wir dafür auf ewig dankbar sein werden, bringt sich mit Flight wieder in Position. Zwar ist sein Film beileibe kein zweites Forrest Gump, doch wenigstens blieb uns ein weiteres Abenteuer in Motion-Capture-Manier erspart, die zuletzt sein ganzes Herzblut erforderten. Dabei erzählt Flight abseits des spektakulären Absturzes eine recht banale Story, die von einem Alkoholiker handelt. Einen Großteil der Filmzeit frisst die Phase der Leugnung, wenn Whitaker, seine Abhängigkeit negierend, immer und immer wieder die gleichen Fehler macht - wie es eben Abhängigen bestimmt ist. Zwar ergreifend gespielt, hakt Zemeckis übliche Stationen einer derartigen "Karriere" ab, bis es eben nicht mehr geht und Selbsterkenntnis oder Selbstzerstörung den weiteren Weg bestimmen.

Dahingehend ist Flight recht bodenständig, in dem man nach Lesen des Pressetextes eine etwas spannendere Story für die Demontage des Helden erwartet hat. Doch eine Erwartung im Vorfeld kann nicht ausschlagend für eine miese Bewertung sein, denn alle Beteiligten machen ihre Sache gut bis sehr gut und holen aus der Geschichte alles raus, die den Zuschauer (fast) mit dem So-läuft-das-eben-in-unserer-Welt-Gefühl entlässt. Faszinierend, was für Strippen gezogen werden, um die eine oder andere Partei bluten zu lassen, andererseits ist die Story um Whitaker tragisch, doch wie erwähnt zu banal, weil man sich äußerst lange mit seinem Negieren der Abhängigkeit aufhält und einem Lügner beim Lügen zuschaut. Für die volle Punktzahl reicht es nicht, dafür ist Flight an manchen Stellen zu absehbar, doch jeder Zuschauer, der statt depressiver Superhelden lieber depressive Normalos sehen will, kann sich getrost ein Kinoticket lösen. Inwiefern die beiden Oscar-Nominierungen für das Beste Originaldrehbuch (John Gatins) und Washington als Bester Hauptdarsteller gerechtfertigt sind, darf dann jeder für sich selbst entscheiden.

Flight Bewertung
Bewertung des Films
710

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