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Avengers - Endgame

Kritik Details Trailer Galerie News
SPOILER-KRITIK zu Avengers - Endgame

Avengers - Endgame Kritik

Avengers - Endgame Kritik
11 Kommentare - 01.05.2019 von Raven13
In dieser Userkritik verrät euch Raven13, wie gut "Avengers - Endgame" ist.
Avengers - Endgame

Bewertung: 4.5 / 5

ACHTUNG! SPOILER – SPOILER – SPOILER!

Besser spät als nie, hier nun meine Kritik zu Avengers – Endgame. Wie immer, verzichte ich auch hier auf eine kurze Inhaltsangabe, da jeder die Möglichkeit hat, sich überall Inhaltsangaben durchzulesen oder sich Trailer anzusehen.

Trailer zu Avengers - Endgame

Ich arbeite mich hier mal chronologisch durch die Story durch und zeige auf, was mir gut gefallen hat und was weniger:

Part 1 - 2019

Endgame beginnt mit einer eigentlich tollen Szene, die sich um Clint Barton und seine Familie dreht. Soweit ein toller Start, der jedoch noch etwas mehr Tiefe, Länge und mehr Dialoge vertragen hätte, um die Emotionalität zu verstärken. So hat der Verlust von Clints Familie mich relativ kalt gelassen, weil die Szene zu schnell abgehandelt wurde. Schade, ein wenig verschenktes Potential.

Dann kommt allerdings eine wunderbare Szene auf dem Raumschiff mit Tony und Nebula. Diese gesamte Situation der beiden wurde wunderbar umgesetzt und hat wirklich viele Emotionen bei mir ausgelöst, sowohl durch die Darstellung von Robert Downey Jr. oder Karen Gillan als auch durch die Situation und die minimalistische Musik. Wie Nebula Tony im Schlaf auf den Pilotensitz getragen hat oder wie sie seine Wunden versorgt hat, wie sie miteinander gespielt haben, alles klasse. Leider wiederum wird dies in den restlichen 170 Minuten des Films nie wieder aufgegriffen. Tony und Nebula waren 21 Tage zusammen auf dem Schiff, haben Emotionen aufgebaut, aber von einer späteren Freundschaft ist nichts mehr zu spüren gewesen. Wieder einmal leider verschenktes Potential einer fast perfekten Zweit-Eröffnungsszene. Nur fast perfekt auch deshalb, weil die Rettung durch Carol Danvers, die ich im Übrigen korrekt vor ein paar Wochen prophezeit habe, etwas plump und schnell rüberkam. Mir hätte es gefallen, wenn erst einmal ein paar Dialoge zwischen Tony, Nebula und Carol geführt worden wären. Carol hat allgemein einfach viel zu wenig Text und Screentime gehabt, doch dazu später mehr.

Das Widersehen aller wurde mir leider auch etwas zu schnell abgehandelt, eher zweckmäßig als emotional.

Die Szene um Thanos war ganz gut, aber auch hier ging mir das einfach viel zu schnell. Da hatte ich mir etwas mehr gewünscht / erhofft. Es wäre definitiv mehr drin gewesen.

Part 2 - 2024

Jetzt kommen wir zu dem in meinen Augen wirklich gelungendstem Teil von Endgame.

Einige der überlebenden Helden und Charaktere haben einen ausführlichen Part bekommen und diese wurden toll und emotional in Szene gesetzt. Steve Rogers, Tony Stark, Natascha Romanov, Bruce Banner, Thor und Scott Lang hatten dabei den größten Anteil vom Kuchen bekommen. Zum Beispiel finde ich die Story um Scott Lang, wie er aus der Quantenebene zurückkehrt und seine Tochter wiedertrifft, klasse.

Leider jedoch sind die anderen Überlebenden wieder etwas zu kurz gekommen: James Rhodes, Nebula, Carol Danvers, Valkyrie, Sam Wilson, Okoye und Rocket hatten meiner Meinung nach zu wenig Screentime. Gerade auch Rocket, den ich unglaublich liebe, kam viel zu kurz. Ich hätte mir da viel mehr von seinem Witz und seiner Art gewünscht, mehr Dialoge mit den anderen Helden und wie diese damit umgehen, dass ein Tier sprechen kann. Da bietet sich so viel an, wovon leider nicht viel genutzt wurde. Aber auch Nebula und ihre zu Tony aufgebaute Beziehung hat keinerlei Bewandnis mehr gehabt. Auch Valkyrie wurde zu einer unwichtigen Nebenperson, für dich sich Thor auf einmal gar nicht mehr interessierte. Auch zwischen den beiden ist praktisch nichts mehr passiert, keine richtigen Dialoge und Szenen. Überhaupt finde ich Thor in Endgame nicht so pralle. Anfangs habe ich noch sehr viel gelacht über seinen Suff, seinen Bierbauch und den Witz von (Tony?), als er Thor als „Lebowski“ bezeichnet hat. Später dann aber habe ich mir den selbstbewussten, starken und coolen Thor zurückgewünscht, vor allem nach seinem Wiedersehen mit seiner Mutter in Asgard. Aber am Ende auf dem Schiff von Peter Quill wirkte er immer noch wie ein Suffkopp. Professor Hulk wiederum finde ich klasse umgesetzt, leider jedoch hat er mir zu wenig an den Kämpfen teilgenommen.

Die Story um die Findung einer Möglichkeit, all das Geschehene rückgängig zu machen und die Aufgelösten zurückzuholen, die Planung der Zeitreise und die Durchführung dieser, die Wieder-Erlebnisse der Vergangenheit aus einer etwas anderen Perspektive, das macht alles tierisch viel Spaß und hat sehr viele Emotionen und Nostalgie in mir ausgelöst. Sei es das kurze Wiedersehen zwischen Thor und seiner Mutter, zwischen Tony und Howard oder das „Treffen“ von Steve auf Peggy Carter oder die Szenen mit Nebula 1, Nebula 2, Gamora und Thanos. Klasse ist auch die Situation zwischen Natascha und Clint und wie Natascha sich opfert. Sehr emotional.

Aber auch hier ist dieser Part der Zeitreisen viel zu kurz und ich hätte mir da wesentlich mehr Probleme in den Vergangenheiten gewünscht, die erst einmal gelöst hätten werden müssen, ähnlich wie bei Zurück in die Zukunft. Viele Szenen werden zum Teil wieder zu schnell abgehandelt. Ich hätte zum Beispiel gerne gesehen, wie Rocket sich den Äther schnappt, dabei aber wieder vieles schiefläuft. James Rhodes war irgendwie auch nur eine überflüssige Figur neben Nebula, die praktisch alles alleine gemacht hat mit dem Orb. Leider wird der Verlust von Natascha kaum weiter angesprochen und die richtig starken Emotionen bleiben aus.

Im Großen und Ganzen überwiegen die positiven Momente die negativen stark bzw. passiert immer soviel, dass ich als Zuschauer kaum die Zeit habe, mal ausgiebiger über eine Sache nachzudenken oder Dinge auf mich wirken zu lassen. Mehr „Blade Runner: 2049“ hätte Endgame gut getan, also mehr Atempausen und längere Schnitte.

Was das Zeitreisen an sich betrifft, so finde ich das relativ gut gelöst, vor allem mit der Erklärung, dass alles, was uns Zurück in die Zukunft gelehrt hat, keine Bewandnis hat und Zeitreisen nicht diese Wirkung haben. Ganz richtig fühlt es sich zwar trotzdem nicht an, weil Zeit für mich immer ein Fluss bleibt, der, wenn die Vergagenheit verändert wird, sofort in der Zukunft Auswirkungen haben müsste. Aber egal, darüber sollte man nicht zu lange nachdenken, denn Zeitriesen sind vor allem eines niemals: Logisch nachvollziehbar.

Part 3 – 2024 – Das Endgame

Die Schlacht am Ende ist optisch und tontechnisch eindrucksvoll und macht sehr viel Spaß und bietet jede Menge Abwechslung. Fast jeder Held darf zeigen, was er kann und einige dürfen auch Thanos mal ordentlich zeigen, was sie drauf haben. Das kam in Infinity War meiner Meinung nach etwas zu kurz und ich habe dort immer das Gefühl, dass sich die meisten immer etwas zurückgehalten haben, allen voran Wanda und Vision.

Allerdings ist die Schlacht auch etwas überladen an Helden, die oftmals nur wenige Sekunden Screentime haben. Das Gefühl, dass die Schlacht tödlich und gefährlich ist, kommt leider auch kaum auf, dabei sind viele der Heldinnen und Helden nur normale Menschen ohne Überkräfte, sodass es beim Beschuss durch Thanos Schiff eigentlich viel mehr Tote hätte geben müssen.

Was ich auch schade finde, dass Gamora am Ende plötzlich verschwunden ist und nicht mehr gezeigt wurde, nachdem sie Peter Quill begegnet ist. Wo war sie plötzlich?

Die Szene um Tony und seinen Einsatz des Handschuhs war wiederum extrem emotional und hat mir Tränen in die Augen gedrückt. Schade nur, dass zu wenige von ihm noch Abschied nehmen konnten, als er noch atmete. Aber dennoch ein sehr emotionaler Abschluss.

Nichtsdestotrotz waren die Verluste für eine solche Schlacht zu gering für meinen Geschmack. Klar freue ich mich, dass fast alle überlebt haben, aber es macht das Ganze auch etwas unlogisch und lässt mich an der Gefährlichkeit von Thanos wieder etwas zweifeln. Die Helden schnetzeln sich durch die Gegnermassen, aber die Gegnermassen erwischen scheinbar niemanden von den Guten oder nur Statisten.

Für mich hätten die Russos sich Herr der Ringe mehr als Vorbiold nehmen sollen. Die Endschlacht und das Ende an sich sind dort viel emotionaler. Genau solch einen emotionalen Abschluss hätte ich mir nach 22 Filmen im MCU auch gewünscht.

Den Abschluss der Geschichte um Steve Rogers finde ich klasse. Ich habe es ihm immer gegönnt, dass er doch noch mal mit Peggy Carter zusammenkommt. Allerdings frage ich mich, wie er das Problem gelöst hat, dass er somit doppelt in der Vergangenheit existiert hat. Er ist ja in der Antarktis abgestürzt und 2012 wieder aufgetaucht. Damit wurde die Vergangenheit eigentlich beeinflusst. Was ich aber genial finde, ist, dass Steve Mjölnir bekommt und damit mal ordentlich auf den Putz hauen darf. Wenn jemand würdig ist, den Hammer zu führen, dann wohl Steve. Richtig gut gelöst! Was ich wiederum schade finde, dass Steve sich vor seiner Abreise in die Vergangenheit von allen verabschiedet, aber nur Bucky umarmt, später auf der Bank aber dann nur mit Sam spricht und ihm sogar den Schild vermacht. Eigentlich passt der Schild meiner Meinung nach viel besser zu Bucky als zu Sam.

Ansonsten kann ich nur noch mal meine Enttäuschung über den Umgang mit Carol Danvers ausdrücken. Sie hatte zu wenig Screentime und die Szenen, die sie hatte, waren plump und emotionslos. Da hätte ich mir viel mehr Dialoge mit ihr und den anderen Helden gewünscht. Auch am Ende, wo sie und Nick Fury auf der Veranda stehen, hätte sich im Nachhinein doch noch ein emotionaler Dialog angeboten, schließlich treffen die beiden sich nach über zwanzig Jahren zum ersten Mal wieder. In Captain Marvel finde ich Carol so klasse, dass ich hier bei Endgame nun ein wenig enttäuscht bin.

Dass Nick Fury zudem nicht einen Satz spricht, finde ich ebenfalls sehr schade.

Fazit:

Mein Fazit bzw. meine Bewertung gehört eindeutig in die Schublade „Fankritik mit aufgesetzter Fanbrille“, daher kann ich über die vielen Schwächen des Films fast bedenkenlos hinwegsehen, weil der Film mich als Fan einfach trotzdem ziemlich begeistert hat. Die 181 Minuten vergingen wie im Flug. Endgame ist so vollgestopft mit Anspielungen, Szenenwechseln, Charakteren, Dialogen, Humor, Kämpfen, Handlungsorten und Emotionen, dass ich kaum weiß, worüber ich als erstes nachdenken soll. Der Film hat sehr viel Lob verdient, aber ebenso viel Schelte. Er reißt mich emotional mit, kratzt aber oft dennoch nur an der Oberfläche dessen, was möglich gewesen wäre. Außerdem bekommen leider nicht alle Helden ihre Würdigung und Screentime, die sie verdient hätten.

Was ich Avengers - Endgame vorwerfe, ist, dass er zum Teil Drama sein will, dies aber nicht gänzlich hinbekommt, weil der Film immer wieder einen Rückzieher in die Action und in den Humor macht, wenn Endgame gerade dabei ist, dramtisch zu Höchstform aufzulaufen.

Meiner Meinung nach hätte man aus Endgame zwei Filme machen sollen. Einen Film über die 5 Jahre nach Infinity War und die Planung der Findung einer Lösung. Dieser Film hätte sich auf alle Charaktere noch stärker fokussieren können und hätte den Zuschauer emotional noch viel tiefer hineinziehen können, sodass die Bindung zwischen Zuschauer und Charakteren viel stärker aufgebaut wird. Das wäre dann so eine Art Avengers-Drama gewesen, ohne viel Action, aber gerne drei Stunden lang. Der Fokus sollte auf den Charakteren und deren Gefühlen liegen, auf den Freundschaften und auf zerbrochene Freundschaften und auf den Abgründen, die sich seelisch durch die Verluste bei den Helden aufgetan haben, und weil sie sich selbst die Schuld an dem Versagen geben.

Der zweite Film hätte dann die Zeitreisen und die Endschlacht beinhaltet. So hätte man die Szenen in der Vergangenheit noch viel länger und ausführlicher behandeln können mit viel mehr Problemen in den anderen Zeiten, die erst einmal gelöst werden müssten, ähnlich wie bei Zurück in die Zukunft. Darüber hinaus hätte der Film dann die Siegesfeier nach der Endschlacht und die Rückkehr ins normale Leben behandeln können, mit allem Drum und Dran, Dankesreden der Zurückgekehrten, Entschuldigungen durch die Regierungen gegenüber Steve und Bucky, Trauerreden um die Verluste, Wiederfinden alter Freundschaften, usw.. Etwa 90 Minuten Zeitreisen und nochmal etwa 60 Minuten die Endschlacht und dann nochmal 30 Minuten Abschied / Siegesfeier / Dialoge mit den „Zurückgekehrten“.

Wenn ich nur daran denke, wie geil das hätte werden können und wie viel Potential hier verschenkt wurde, dann trauere ich darum. Der Höhepunkt von 22 Filmen hätte mehr verdient. Der Tod von Natascha, Tony, Vision, Loki und Gamora hätte viel mehr Dramatik verdient. Der Sieg über Thanos und die Heimkehr der Verlorenen hätte ebenfalls einen viel größeren Abschluss verdient. Stattdessen stehen am Ende alle nur stumm da und keiner redet mit dem anderen. Schade.

Eine endgültige Bewertung fällt mir heute, einen Tag nach der Sichtung, noch recht schwer. Zuviel ist im Film passiert, um es nach einer Sichtung vollständig verarbeiten zu können. Gerne würde ich ihn direkt noch einmal sehen, um ein besseres Urteil vergeben zu können. Da ich solange aber nicht warten will, hier nur meine Bewertung:

Mit Blick auf die Schwächen und das verschenkte Potential im Drama-Bereich würde ich wohl eher nur maximal 8/10 Punkte vergeben.

Als Fan kann ich die wilde Achterbahnfahrt an Gefühlen und Emotionen und den Abwechslungsreichtum und den Fanservice aber nur geil finden und vergebe trotz der Schwächen 10/10 Punkte für ein geniales Erlebnis im Kino.

Die goldene Mitte ist also:

9/10 Punkte - Hoher Wiederschauwert

Avengers - Endgame Bewertung
Bewertung des Films
910
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11 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
06.05.2019 00:22 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.014 | Reviews: 178 | Hüte: 399

@ZSSnake

Ich finde es auch genial, dass Thor nun zu den Guardians überwechselt, vom ebenso genialen Thor Belowski mal ganz zu schweigen. Das ist im Prinzip genau das, was ich mir nach "Thor 3" bereits wünschte. Idealerweise noch mit Loki und Valkyrie. Nur schade, dass Gamora eben nun wieder die alte ist, aber auch das kann spannend werden und bietet bereits einen Plot zu GotG Vol. 3.

Die "Avengers Assemble"-und Ansturmszene, oh ja! Sah man natürlich kommen, aber die war schon endgenial. Dürfte meine Lieblingsszene im Film sein.

Zu den nur wenigen Toden: Vielleicht hätte man es bei "Endgame" da mehr wie in "GoT S08E03: The Long Night" umsetzen sollen^^ Viele der Hauptcharaktere tragen zwar leider auch Plot Armor, dafür sterben aber diverse Nebencharaktere.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
04.05.2019 16:57 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 1.708 | Reviews: 39 | Hüte: 176

@ Quiek

"Ich kann mich den anderen hier nur anschließen und dir für die schöne Kritik danken."

Danke für das Kompliment. smile

"Was mir als allererstes aufgefallen ist: Bei mir hat Sam Wilson nicht zu den Überlebenden aus IW gehört. Ich sage nur "Achtung links" :-)"

Du hast ja so recht! Schade, dass ich es jetzt nicht mehr korrigieren kann. yell

"Wobei es mir da wohl vorrangig gar nicht um die geringe Screentime geht, sondern mehr darum, dass sie nur 2x im Film war und 2x als Deus Ex Machina."

Genau das finde ich ja so schade. Sie kommt nur als Deus Ex Machina. Ich hätte viel lieber gesehen, dass sie mehr an den Dialogen teilnimmt, um sich auch mal vernünftig den ganzen Avengers vorzustellen, vielleicht ein paar Witze mit Thor und den anderen, der typische Humor halt. Das wäre mir viel lieber gewesen. Und eien Szene, in der auch sie mal kurz auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird und ihr gezeigt wird, dass auch sie nicht allmächtig ist. Ein wenig mehr Menschlichkeit halt...

"Die Verwandlung von Thor in den Dude fand ich auch anfangs total spannend, aber dies den gesamten Film durchzuziehen? Ich weiß nicht, und auch, wenn er am Ende zwar kämpferisch wieder der Alte war, wäre mit persönlich doch in der finalen Schlacht ein Thor in Bestform wichtig gewesen."

Genau das! Ganz meien Meinung! Es war mir zuviel des "Guten".

"Komplett anders als du, sehe ich hingegen den Hulk. Das ist leider etwas, was für mich ein ganz großer Kritikpunkt ist. In Thor 3 wird er noch als stärkster Avenger bezeichnet, und wird dann in beiden Abschlussfilmen kommplett aus dem Spiel genommen? Sorry, aber so cool ich auch die Restaurantszene, oder die mit der Ältesten fand: Der Hulk hat mir im alles entscheidenden Finale einfach gefehlt."

Dann siehst du es eigentlich gar nicht so anders als ich. Ich schrieb ja auch, dass mir Hulk in den Kämpfen und der finalen Schlacht total gefehlt hat. Ich mochte nur den neuen Professor Hulk, aber nicht die Art, wie er in Endgame vernachlässigt wird. Auch hier fehlen mir wieder die ganzen Dialoge, z. B. mit Tony, der ja immer Witze über seine Wut gemacht hat. Tony reagiert gar nicht auf den neuen Hulk. Schade.

"Und auch, wenn ich das anfangs eher kritisch fand, möchte ich die dadurch liebevoll in Szene gesetzte Hommage an 21 MCU Filme einfach nicht missen. Und das war für mich ganz klar das absolute Highlight von Endgame...Fahrstuhl 2.0, Tony mit Dad, Thor mit Mam, Selbst Jarvis hatte einen Cameo. Nicht zu vergesen, die Referenzen an großartige Filme, wie The Big Lebowski, Zurück in die Zukunft, Terminator, und Stirb langsam...ach nein, der nicht wink"

Dem stimme ich zu. Deswegen kann ich über diese Zeitreise-Probleme auch voll und ganz hinwegsehen. Mir ging diese Vergangenheits-Reise nur einfach zu schnell. Das hätte alles viel länger dauern müssen mit noch viel mehr Anspielungen. Aber dennoch war gerade die Vergangenheitsrterise von Tony und Steve in die 70er das Glanzstück für mich.

Zum Thema Endschlacht:

Grundsätzlich finde ich die Schlacht auch klasse, aber es gibt halt grewisse DInge, die mich stören. Am schlimmsten finde ich, dass Spider-Man Tony am Ende kurz vorm Tod total emotional in die Arme nimmt, dann aber Tonys eigene Frau nur dumm dasteht und keinerlei echte Emotion rüberkommt. Und dass es dabei auch keine Trtänen gibt, ist schade. Tränen / weinende Personen erreichen mich emotional viel stärker als emotionsloses Gerede. Tränen stecken gewissermaßen an. Das fehlte mir.

Was mir auch fehlte, war ein emotionalerer und ausführlicherer Abschluss. Beispiele:

- 50 % der Menschen sind nach 5 Jahren wieder da, doch die Städte sind total heruntergekommen, wie man bei Ant-Mans Szenen sehen konnte. Ich hätte gerne emotionale Wiederfindungen von menschen gesehen, und auch den Start des Wiederaufbaus.

- Ich hätte gerne eine oder mehrere emotionale Reden zu den gefallenen Helden gesehen, mitsamt dem üblichen Zeug wie einer Ehrengarde mit Kanonenschüssen oder Ähnliches, dazu passende Musik, die unter die Haut geht. Eine Grabrede von Steve z. B. wäre klasse gewesen.

- Die Helden hätten allesamt nochmal miteinander reden können, ihr Wiedersehen feiern, die Rettung feiern, den Sieg feiern. Auch dei neuen Helden und die alten hätten sich zum Teil mal einander vorstellen können. Da wärte noch so viel mehr drin gewesen.

- Die Regierung hätte sich bei den Helden bedanken und sich bei Cap, Ant-Man, Clint & Co entschuldigen sollen für die Sache mit dem Gefängnis, der Ungnade und der Sokovia-Sache und dem Vertrag.

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Quiek : : Moviejones-Fan
04.05.2019 15:58 Uhr | Editiert am 04.05.2019 - 16:00 Uhr
0
Dabei seit: 17.12.15 | Posts: 25 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@Raven13

Ich kann mich den anderen hier nur anschließen und dir für die schöne Kritik danken. Doch ich komme natürlich nicht drum herum, ein wenig darüber zu schreiben.

Was mir als allererstes aufgefallen ist: Bei mir hat Sam Wilson nicht zu den Überlebenden aus IW gehört. Ich sage nur "Achtung links" :-)

Carol Danvers

Das ist auch bei mir so ziemlich der größte Kritikpunkt. Wobei es mir da wohl vorrangig gar nicht um die geringe Screentime geht, sondern mehr darum, dass sie nur 2x im Film war und 2x als Deus Ex Machina. Nur um Toni zu retten und Thanos´Schiff zu zerstören. Das ging gar nicht. Und hätte man definitiv besser in Szene setzen müssen. Ja, am besten mit mehr Screentime, ohne den Avengers die Show zu stehlen. Denn mal ganz ehrlich: Was bitte ist denn für sie wichtiger, als dabei zu helfen, die Hälfte aller Lebewesen zurückzuholen? Denn ganz nebenbei gilt das auch mal für alle anderen Planeten im Universum, die sie ja so dringend gebraucht haben.

Thor und Hulk

Also, hier habe ich auch echte schwierigkeiten, mit den beiden warm zu werden. Die Verwandlung von Thor in den Dude fand ich auch anfangs total spannend, aber dies den gesamten Film durchzuziehen? Ich weiß nicht, und auch, wenn er am Ende zwar kämpferisch wieder der Alte war, wäre mit persönlich doch in der finalen Schlacht ein Thor in Bestform wichtig gewesen. Für seinen sehr wahrscheinlichen Auftritt in GotG3, ist das aber mal eine geile Weiternetwicklung. Komplett anders als du, sehe ich hingegen den Hulk. Das ist leider etwas, was für mich ein ganz großer Kritikpunkt ist. In Thor 3 wird er noch als stärkster Avenger bezeichnet, und wird dann in beiden Abschlussfilmen kommplett aus dem Spiel genommen? Sorry, aber so cool ich auch die Restaurantszene, oder die mit der Ältesten fand: Der Hulk hat mir im alles entscheidenden Finale einfach gefehlt.

Endschlacht

Apropos entscheidendes Finale: Große Schlachten sind immer schwierig zu Choreografieren. Und ich persönlich bin eher kein Freund von epischen Schlachten. Fand die aber sehr gut gemacht und auch nicht schlechter als die aus Herr der Ringe. Natürlich kann man sagen, dass es unrealistisch ist, dass nur ein einziger stirbt. Aber alles andere hätte sich für mich falsch angefühlt. Und ich fand die Gefahr durch Thanos bedrohlich genug:-) Allein der Moment, in dem alle wieder kamen, war für mich Gänsehaut pur. Ich habe mich wie als Kind gefühlt, als ich Winnetou angeschaut habe und das ganze Kino gejublet hat, als in letzter Sekunde die Indianer kamen...

Laufzeit und Aufteilung

Dies fand ich sehr gut, natürlich hätte man noch viele Sachen besser ausschmücken können und ja, ein Dreiteiler wie eben bei HdR wäre garantiert noch besser gewesen. Am Ende wäre das vermutlich aufgrund von den Veträgen mit den Schauspielern nie möglich gewesen, womit wir uns einfach mit 2 absoluten Top Filmen "begnügen" müssen. Mich persönlich hat es sehr gefreut, dass Paul Rudd so viel Screentime hatte. Den Einstieg fand ich übrigens ganz stark, auch dass er ohne Vorankündigung losging.

Bucky und Sam

Bucky wäre natürlich mir und wohl fast allen anderen auch, viel lieber gewesen. Cap hat ja quasi seinetwegen die Avengers auseinander gerissen. Aufgrund seiner Vergangenheit wäre er als neuer Cap aber einfach untragbar. Das Schild an Sam zu geben, fühlt sich aber einfach nur falsch an. Zumal ich mir unweigerlich auch die Fragen stellen musste, wie er denn das Schild handhaben will.

Zeitreisen

Ganz schwieriges Thema :-) Wie du treffend formuliert hast, kann es immer nur unlogisch sein. Und auch, wenn ich das anfangs eher kritisch fand, möchte ich die dadurch liebevoll in Szene gesetzte Hommage an 21 MCU Filme einfach nicht missen. Und das war für mich ganz klar das absolute Highlight von Endgame...Fahrstuhl 2.0, Tony mit Dad, Thor mit Mam, Selbst Jarvis hatte einen Cameo. Nicht zu vergesen, die Referenzen an großartige Filme, wie The Big Lebowski, Zurück in die Zukunft, Terminator, und Stirb langsam...ach nein, der nicht wink

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
02.05.2019 23:30 Uhr | Editiert am 02.05.2019 - 23:31 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 1.708 | Reviews: 39 | Hüte: 176

Ich habe meine Kritik bzw. mein Fazit noch einmal etwas überarbeitet und erweitert, um meine Gedanken, was Endgame hätte sein können, noch deutlicher zu machen.

@ Tarkin

Dankeschön! :-)

Avatar
Tarkin : : Moviejones-Fan
02.05.2019 12:45 Uhr
0
Dabei seit: 10.10.17 | Posts: 1.197 | Reviews: 0 | Hüte: 16

Schöne Kritik.

Alles aufzuzählen, was mir am Film gefallen hat, würde den Rahmen sprengen. Ein paar Wehmutstropfen gab es natürlich. Trotzdem. Einer der besten Comicfilme.

Du schleppst mich in dieses Junkyhaus und jetzt muss ich auch noch diesen Scheissclown umlegen

Avatar
biggibi : : Moviejones-Fan
01.05.2019 20:22 Uhr
0
Dabei seit: 01.05.19 | Posts: 1 | Reviews: 0 | Hüte: 0

Avengers 4

schade, meine Erwartungen wurden (nach dem Reklamerummel) total endtäuscht.

Ist eben Geschmackssache. Teil 1-3 ohne jeden Zweifel super... aber Teil 4.. na ja

Und dann noch die Aufforderung mit Avatar zu vergleichen... lächerlich

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
01.05.2019 18:27 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 1.708 | Reviews: 39 | Hüte: 176

@ Bonsai

"Sehr schöne Kritik!"

Dankeschön! smile

"Aber Bucky gehört zur alten Garde - seine Zeit des Kämpfens muss nun eigentlich vorbei sein."

Ruhe sei ihm auch gegönnt. Aber dennoch wäre er für mich der richtige Kandidat gewesen, weil er körperlich am besten passt und weil er noch jung genug ist und weil er Steves Werte am besten kennt und fortführen könnte.

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
01.05.2019 18:24 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 1.708 | Reviews: 39 | Hüte: 176

@ ZSSnake

Erstmal Danke fürs so schnelle Lesen und Antworten, und natürlich für den Helm. -)

"Hab ich auch erst so empfunden. Dann hab ich ihn ein zweites Mal gesehen und die Szene hat mich wie ein Dampfhammer getroffen, weil ich wusste wohin das alles führt und was aus Clint wird im Zuge der Geschichte. Klarer Fall von "wird mit weiteren Sichtungen besser" ^^"

Nun, in dem Fall bin ich auf die zweite Sichtung gespannt, die fest eingeplant ist.

"Ich hab das als bewusste Entscheidung und regelrecht als Statement empfunden, dass sie zwar nun Teil des MCU ist, ABER Endgame eben ganz klar die Bühne für die große Ehrenrunde der Original-Avengers ist. Siehe halt auch in den Ending-Credits, wenn alle klassischen Avengers, die seit Phase 1 dabei sind ihren Namen samt Unterschrift bekommen, während das Avengers-Theme spielt. Endgame gehört dem originalen Team, die Zukunft gehört Captain Marvel und den anderen. So seh ich es zumindest."

Damit hast du zweifellos recht. Aber nichtsdestotrotz hätte es mir einfach besser gefallen, wenn sie, zumindest am Anfang des Films, etwas mehr Screentim und Dialoge bekommen hätte, um sich erstmal allen vorzustellen und vielleicht über die weitere Vorgehensweise zu diskutieren. Dann hätte sie sich vom Acker machen können. Das, was gezeigt wurde, war mir zuwenig. Und dann direkt der Schwenk zu "5 Jahre später", ohne große Worte. Hmmm...

"Hier würde ich argumentieren, dass es wichtig war, Thor neue Perspektiven zu geben und ihn zu verändern. ... Mal sehen wohin man damit geht. Die Dynamik der Asgardians of the Universe ist jedenfalls etwas auf das ich mich nun sehr freue."

Dem kann ich nicht widersprechen. Seine Verluste und seinen Schmerz verleiht er Ausdruck, indem er in Selbstmitleid versinkt. Das hat mir grundsätzlich auch gefallen, aber die Umsetzung wirkte leider weniger dramatisch als urkomisch. Ich habe mehr gelacht als mit ihm mitgefühlt. Mehr Dramatik, weniger Komödiantik. Irgendwann war mir der dicke Bauch einfach zu doof, aber dieser wurde immer wieder in den Fokus der Kamera gelegt.

"Naja, wer ist denn in der Endschlacht von Herr der Ringe gestorben von den Kerncharakteren? Selbst in der überwältigenden Unterlegenheit an den schwarzen Toren ist nicht mal n Hobbit draufgegangen. Ich empfand es als nachvollziehbar, dass keiner der echten Helden in dieser Schlacht gegen Massen an "Futter-Gegnern" sein Leben lässt, insbesondere, da sie sich ALLE gegenseitig Helfen, während Thanos ohne Rücksicht auf Verluste seine Truppen niederballert."

Mir hätte es ja auch nicht wirklich gefallen, wenn mehr Helden gestorben wären, nur wirkt es halt irgendwie trotzdem wie eine Kindergartenschlacht, wenn keine echte Gefahr von der gegnerischen Armee ausgeht. Selbst Thanos Black Order war in Infinity War viel gefählicher für die Helden, hier jedoch werden sie kaum in der Schlacht gezeigt. Bei Rückkehr des Königs wurden alle Hauptakteure viel häufiger und viel länger in der Schlacht gezeigt. Da fühlte ich mich in der Schlacht den Charakteren viel verbundener. Aber das ist natürlich meckern auf hohem Niveau, denn diese Schlacht war natürlich trotzdem klasse.

"Bucky musste ja sogar ins Exil nach Wakanda, weil man ihn in Amerika sicher nicht mehr als Helden akzeptiert hätte. Er hat sich vielleicht in den Augen seiner Freunde rehabilitiert, aber in der Öffentlichkeit ist er ein Terrorist und Mörder. Keine gute Wahl für einen neuen Cap in meinen Augen."

So habe ich das ganze noch nicht betrachtet. Aber andererseits dürfte die Welt nach dieser Geschichte soweiso eine andere geworden sein und ich denke, dass all Verteidiger der Erde und Menschheit entsprechend gewürdigt werden, auch Bucky. Das ist übrigens auch etwas, das ich am Ende von Endgame vermisst habe: Eine Entschuldigung und Dankesreden von den hohen Tieren, die vorher die Avengers einschränken wollten und die, die sich geweigert haben den Sokovia-Vertrag zu unterzeichnen, sogar eingesperrt haben.

"Davon abgesehen aber ne tolle Review, die in vielen Punkten sicherlich sehr subjektive Probleme formuliert. Kann ich gut mit leben, mit der Punktzahl sowieso."

Das freut mich! Dankeschön! smile

Avatar
Bonsai : : Moviejones-Fan
01.05.2019 18:12 Uhr
0
Dabei seit: 08.12.12 | Posts: 319 | Reviews: 2 | Hüte: 20

Sehr schöne Kritik!

Zur Bucky-Sache: Sam ist eigentlich die falsche Wahl weil an ihm noch weniger besonders ist als an Hawkeye. Er kann mit seinem Jetpack fliegen. Steve ist ein künstlich aufgewerteter Supersoldat (wie ja quasi auch Bucky). Aber Bucky gehört zur alten Garde - seine Zeit des Kämpfens muss nun eigentlich vorbei sein. Mir scheint daher Sam die einzig sinnvolle Wahl weil man keinen besseren Nachfolger aufgebaut hat.

MJ-Pat
Avatar
ZSSnake : : Expendable
01.05.2019 17:45 Uhr | Editiert am 01.05.2019 - 17:56 Uhr
1
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 8.143 | Reviews: 168 | Hüte: 482

Endgame beginnt mit einer eigentlich tollen Szene, die sich um Clint Barton und seine Familie dreht. Soweit ein toller Start, der jedoch noch etwas mehr Tiefe, Länge und mehr Dialoge vertragen hätte, um die Emotionalität zu verstärken. So hat der Verlust von Clints Familie mich relativ kalt gelassen, weil die Szene zu schnell abgehandelt wurde. Schade, ein wenig verschenktes Potential.

Hab ich auch erst so empfunden. Dann hab ich ihn ein zweites Mal gesehen und die Szene hat mich wie ein Dampfhammer getroffen, weil ich wusste wohin das alles führt und was aus Clint wird im Zuge der Geschichte. Klarer Fall von "wird mit weiteren Sichtungen besser" ^^

Carol hat allgemein einfach viel zu wenig Text und Screentime gehabt

Ich hab das als bewusste Entscheidung und regelrecht als Statement empfunden, dass sie zwar nun Teil des MCU ist, ABER Endgame eben ganz klar die Bühne für die große Ehrenrunde der Original-Avengers ist. Siehe halt auch in den Ending-Credits, wenn alle klassischen Avengers, die seit Phase 1 dabei sind ihren Namen samt Unterschrift bekommen, während das Avengers-Theme spielt. Endgame gehört dem originalen Team, die Zukunft gehört Captain Marvel und den anderen. So seh ich es zumindest.

Später dann aber habe ich mir den selbstbewussten, starken und coolen Thor zurückgewünscht, vor allem nach seinem Wiedersehen mit seiner Mutter in Asgard.

Hier würde ich argumentieren, dass es wichtig war, Thor neue Perspektiven zu geben und ihn zu verändern. Er muss zum ersten Mal mit echter Niederlage leben, er ist seinem Volk und allen anderen nicht gerecht geworden UND hat (was ja in IW thematisiert wurde) JEDEN verloren, der ihm je wichtig war. Ja, er hat seine Waffenbrüder und Valkyrie ist die neue Anführerin, aber offenbar bleibt Thor uns ja erhalten fürs MCU und da fand ich es tatsächlich spannender ihm auch wieder einen Charakterbogen zu geben. Die Optik lässt ihn am Ende vielleicht noch lebowskisch wirken, aber man hat im Kampf gegen Thanos und auch bei der Staffelübergabe an Valkyrie gespürt, dass er seinen Kampfgeist wiedergefunden hatte. Empfand ich jedenfalls interessanter, als Thor ewig in der Rolle des Hitzköpfigen Leaders zu belassen, so hat er jetzt wieder die Chance sich weiterzuentwickeln in der Zukunft. Mal sehen wohin man damit geht. Die Dynamik der Asgardians of the Universe ist jedenfalls etwas auf das ich mich nun sehr freue.

Nichtsdestotrotz waren die Verluste für eine solche Schlacht zu gering für meinen Geschmack. Klar freue ich mich, dass fast alle überlebt haben, aber es macht das Ganze auch etwas unlogisch und lässt mich an der Gefährlichkeit von Thanos wieder etwas zweifeln. Die Helden schnetzeln sich durch die Gegnermassen, aber die Gegnermassen erwischen scheinbar niemanden von den Guten oder nur Statisten.

Für mich hätten die Russos sich Herr der Ringe mehr als Vorbiold nehmen sollen. Die Endschlacht und das Ende an sich sind dort viel emotionaler. Genau solch einen emotionalen Abschluss hätte ich mir nach 22 Filmen im MCU auch gewünscht.

Naja, wer ist denn in der Endschlacht von Herr der Ringe gestorben von den Kerncharakteren? Selbst in der überwältigenden Unterlegenheit an den schwarzen Toren ist nicht mal n Hobbit draufgegangen. Ich empfand es als nachvollziehbar, dass keiner der echten Helden in dieser Schlacht gegen Massen an "Futter-Gegnern" sein Leben lässt, insbesondere, da sie sich ALLE gegenseitig Helfen, während Thanos ohne Rücksicht auf Verluste seine Truppen niederballert.

Sicher, man hätte einen oder zwei der "Zweitliga-Helden" sterben lassen können, aber ich fand der Punkt der zentralen Schlacht war halt, dass den Avengers, wenn sie ALLE zusammenarbeiten, kein Thanos widerstehen kann. Hatte Tony doch am Anfang Steve vorgeworfen; dass er nicht da war, als sie verloren haben. Für mich fühlte sich das wie ein Statement genau dafür an, dass die Avengers als TEAM nicht zu schlagen sind. (Mal abgesehen davon, dass ich selten einen SO EPISCHEN MOMENT in nem Film erlebt hat, wie den als Steve völlig allein der Streitmacht von Thanos entgegentritt und dann ALLE auftauchen und er AVENGERS - ASSEMBLE sagt. Gott, Gänsehaut am ganzen Körper und ein Grinsen von Ohr zu Ohr.) Aber klar, kann man auch ankreiden, dass nur Statisten gestorben sind. Ich fands ok. Ich hätte nicht gewollt, dass außer den "relevanten" Toden noch weitere passieren, das hätte die emotionale Wucht des großen Finales wieder von den beiden "Chefs" der Avengers weggenommen und wäre kaum richtig zu würdigen gewesen.

Eigentlich passt der Schild meiner Meinung nach viel besser zu Bucky als zu Sam.

Findest du? Also nach allem was in Cap 2 passiert ist glaube ich kaum, dass irgendwer einen Captain America hätte haben wollen, der den König von Wakanda und etliche andere Leute auf dem Gewissen hatte. Die Leute brauchen einen Helden zu dem sie aufsehen können, einen der immer an der Seite von Cap für das Gute gekämpft hat. Bucky musste ja sogar ins Exil nach Wakanda, weil man ihn in Amerika sicher nicht mehr als Helden akzeptiert hätte. Er hat sich vielleicht in den Augen seiner Freunde rehabilitiert, aber in der Öffentlichkeit ist er ein Terrorist und Mörder. Keine gute Wahl für einen neuen Cap in meinen Augen. Und ich denke Bucky wusste das auch, als er zu Sam sagt, er solle zu Cap gehen. Ich hatte sogar das Gefühl, dass er es ein wenig geahnt hat, wie es kommen würde, weil er Steve so ein vielsagendes Grinsen schenkt, als er sagt "wir sehen uns gleich", bevor er seine Zeitreise antritt.

Davon abgesehen aber ne tolle Review, die in vielen Punkten sicherlich sehr subjektive Probleme formuliert. Kann ich gut mit leben, mit der Punktzahl sowieso wink

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
01.05.2019 16:49 Uhr | Editiert am 01.05.2019 - 16:49 Uhr
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Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 1.708 | Reviews: 39 | Hüte: 176

So, dies ist wohl meine längste Kritik bisher. Viel Spaß beim Lesen! wink

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