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Holt Nolan wirklich zum Schlag aus?

Christopher Nolan: Verliert WB den Regisseur? + Neuer WB-Trailer & AT&T reagiert (Update)

Christopher Nolan: Verliert WB den Regisseur? + Neuer WB-Trailer & AT&T reagiert (Update)
27 Kommentare - Mi, 27.01.2021 von S. Spichala
Nach dem Schocker von WarnerMedia, dass alle für 2021 geplanten Filme bei HBO Max erscheinen sollen, äußerte sich Christopher Nolan dazu mit scharfer Kritik. Zieht er nun auch Konsequenzen, die weh tun?

++ Update vom 27.01.2021: Ein neuer Trailer von Warner Bros. wirbt mit längeren Schnippseln für Dune, Mortal Kombat, Godzilla vs. Kong und all die anderen Filme 2021 wie auch Matrix 4, die sowohl im Kino wie auch zugleich bei HBO Max landen sollen. Ihr findet ihn ganz weit unten angehängt. Zudem sprach AT&T-CEO John Stankey bei den sogenannten "Earning Calls" über den Schritt, und versteht, dass dieser als durchaus hart und aggressiv wahrgenommen wird.

Man hätte das in Bezug auf vorherige Absprachen mit Filmemachern und Partnern sicher besser machen können. Er versicherte aber zugleich, dass man mit allen im Gespräch sei und für alle eine gute Lösung finde, die das kompensiert und die Betreffenden gut behandelt würden.

Man wolle produzierte Filme nicht länger auf die lange Bank schieben als nötig, schon jetzt würde es eine Flut von Produktionen sonst geben, die selbst bei engagierten Kinogängern in der Krise einfach nicht ihr verdient ausreichendes Publikum bekämen.

Für HBO Max hat sich der Schritt schon ausgezahlt, auch wegen Wonder Woman 1984 zu Weihnachten bei HBO Max haben sich die aktiven Abonennten der App von Beginn des letzten Quartals 2020 mit 8,6 Mio. bis zum Ende desselben verdoppelt auf 17,7 Mio..

++ News vom 22.01.2021: Noch ist unklar, was wohl Christopher Nolans nächstes Projekt wird, doch dass seine Filme bei Warner Bros. entstehen, schien aufgrund der langen Partnerschaft von derweil immerhin rund 20 Jahren immer sicher. Könnte es damit nun vorbei sein?

Bekanntlich hattte Nolan schon nach der Offenbarung von WarnerMedia, alle Filme 2021 bei HBO Max zu zeigen, mit scharfer Kritik reagiert ob dieses im Stich lassen der in der Pandemie desaströs leidenden Kinobetreiber - und ob eines solch weitreichenden Beschlusses ohne vorherige Absprache mit ihren Filmemachern und Studio-Partnern, inklusive natürlich seiner selbst.

Nun könnte Nolan den Worten tatsächlich auch Taten folgen lassen, laut eines Berichts des The Wallstreet Journal soll es unwahrscheinlich sein, dass Nolan für zukünftige Projekte mit Warner Bros. weiter zusammenarbeitet. Überprüfen lässt sich dies nicht, der Artikel liegt hinter einer Paywall verborgen, wir müssen uns also auf die unten verlinkte Quelle beschränken oder eine Aussage von Nolan selbst dazu an anderer Stelle abwarten.

Ein herber Schlag wäre dies natürlich gegen Warner Bros., der nach der langjährigen Partnerschaft richtig weh täte, sollte Nolan diese Entscheidung wirklich treffen, jedes andere Studio würde ihn sicher mit Handkuss empfangen. Spätestens, wenn sich sein nächstes Projekt nach zuletzt Tenet offenbart und Richtung Produktion bewegt, wissen wir mehr.

Würdet ihr so einen Schritt von Nolan begrüßen?

Quelle: The Playlist
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27 Kommentare
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Nothing-is-Written : : Moviejones-Fan
27.01.2021 20:33 Uhr
0
Dabei seit: 04.01.21 | Posts: 162 | Reviews: 2 | Hüte: 25

Zum News-Update:

Natürlich ist dem AT&T-CEO nun an einer demütigen Haltung gelegen. Es geht doch aktuell darum, das Medienecho abzufangen und einvernehmliche Lösungen für ansonsten anstehende Millionenklagen zu finden. Seine Ausführungen hinsichtlich der fehlenden Kommunikation klingen leider auf unfreiwillige Weise typisch für seinen Posten. "Besser machen können" klingt fast so, als ob man den Backlash bereits im Vorfeld versuchte abzufedern. Das dem allem Anschein nach nicht so ist, merkt man schließlich unter anderem an dem Aufschrei von Nolan, Villeneuve und den zugehörigen Produktionsstudios. Entweder man hat das billigend in Kauf genommen oder gar nicht bedacht. Ich weiß nicht, welche von beiden Varianten schlimmer ist.

"I have been watching my life. It’s right there. I keep scratching at it, trying to get into it. I can’t." "MAD MEN" S02E12: THE MOUNTAIN KING

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TiiN : : Pirat
27.01.2021 18:08 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 6.290 | Reviews: 133 | Hüte: 360

Erst durch das Update habe ich die News vom 22.1. nun entdeckt. Ging vor einer Woche an mir vorbei, sehr schade..

Christopher Nolan ist nach meinem Empfinden nach ziemlich integer und da passt so ein Vorgehen von Warner, auch wenn ich es in der Sache verstehen kann, nicht, wenn es tatsächlich sogut wie gar nicht kommuniziert wurde.

Für Nolan selbst dürfte es nicht so schwierig sein, ein anderes Studio zu finden, wo er mehr oder weniger machen kann was er möchte. Diesen Status hat er sich erarbeitet und das ist kein exklusives Warner-Recht.

Trotzdem denke ich auch, egal welches Studio, das die 200 Mio Produktionen in den nächsten Jahren etwas seltener werden. Nicht nur bei Nolan sondern generell in der Kinolandschaft. Wie andere schon schrieben kann das aber einen sehr guten Effekt haben.

Tenet selbst hat in Anbetracht der Situation ein solides Kinoergebnis abgeliefert. Inhaltlich ist der Film weiß Gott nicht sein stärkster Beitrag. Aber die Gedanken und die Visualisierung dahinter ist schon eine Meisterleistung gewesen.

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Nothing-is-Written : : Moviejones-Fan
25.01.2021 10:10 Uhr | Editiert am 25.01.2021 - 10:10 Uhr
0
Dabei seit: 04.01.21 | Posts: 162 | Reviews: 2 | Hüte: 25

@Smith2601

Ich würde das nicht so verbissen beschreiben wollen. Die Erfahrung eines solchen Films ist, wie du schon sagst, dann doch interessant. Ich sagte an früherer Stelle der Diskussion selbst, dass sich ein schlechter Nolan immer noch für den Kinogang lohnt.

Man kann bei Filmen immer anderer Meinung sein. Ich finde, dass man zwar kritische Punkte erörtern und verstehen sollte, deshalb kann einem der Film aber trotzdem gefallen. Das kann im inneren Gespräch oder bei einer Besprechung mit anderen geschehen.

Es muss dabei nicht auf eine "richtig"/"falsch"-Erörterung hinauslaufen. Eindrücke zu schildern ist oftmals erfrischender. Es gibt Filme, die kann ich persönlich etwa an objektiven Kriterien bemessen problematisch finden, trotzdem bereiten sie mir insgeheim Freude. Bei der Diskussion zum Watchmen-Film mit MobyDick und anderen TeilnehmerInnen ist das wieder verstärkt in meinen Fokus gerückt. Andere Beispiele wären etwa Top Gun oder American Pie. Das mag aber auch an nostalgischen Faktoren liegen, die solche Filme für mich bereithalten. Ich denke jeder Mensch besitzt solche "Achillesversen" (wenn man das so negativ auslegen möchte)

Es kann und muss nicht jeder Film jedem behagen, aber ein Gespräch über Stärken und Schwächen, sowie gewonnene Eindrücke und Einsichten lohnt sich eigentlich immer. Wenn dir Dunkirk etwa wegen der starken Bilder zur unwirtlichen Situation, dem uhrwerkartigen Soundtrack und der bis zur Klimax zugespitzten Ereignishaftigkeit gefallen hat, dann bin ich cool damit.

Mir bereitet das (Zer-)Denken über Filme zweifellos Freude. Was ich allerdings nicht so sehr mag, ist das Suchen nach Plotholes. So lange das nicht in inflationärer Weise auftritt, um die Story etwa von "A nach B zu C" hinzuführen, kann ich damit leben. Das Team sollte das bestmöglich umschiffen, aber ich finde solche Fehlersuchen abseits des anekdotischen und zweifellos oft auch komödiantischen Gehalts wenig erhellend. Ab einem gewissen Punkt hat das eher Wimmelbilscharakter.

Vereinfacht ausgedrückt: Ich muss nicht wissen, wie James Bond einen Sprung aus einem fahrenden Zug überlebt hat. Er ist James Bond. Der kommt klar. Wenn er im nächsten Bild weiterhin in Erscheinung tritt, hat er wohl eine Lösung gefunden oder einfach Glück gehabt wie Indiana Jones.

Plotholes sind für mich etwa dann ärgerlich, wenn sie etwas eklatant dummes machen, was ein unumkehrbares Ereignis in der Story in Gang setzt. Spätestens wenn ich das dann auch noch dramatisch oder schockierend finden soll, wird es schwierig.

Es ist etwa merkwürdig, dass der von Matt Damon gespielte hoch dekorierte Wissenschaftler in Interstellar nicht weiß, wie eine Luftschleuse funktioniert, wenn sie nicht korrekt an ein anderes Raumschiff angedockt ist. Dahingegen kann ich mich bestens mit dem Zufall arrangieren, dass die NASA in dem Film auf die Begegnung mit McConaugheys Figur zu warten schien, damit die Mission überhaupt starten kann.

Dunkirk hat viel auf der Habenseite. Der von MobyDick eingebrachte Vorwurf des Alles-Durchdringenden Pathos ist natürlich kein Plothole, aber er wirkt merkwürdig fehl am Platz. Was möchte der Film ausdrücken? Er besitzt eine Art Vakuum in Bezug auf seine Botschaft. Beziehungsweise scheint die Botschaft ausschließlich im Heldentum der Akteure begründet. Das ist in der Tat dürftig.

"I have been watching my life. It’s right there. I keep scratching at it, trying to get into it. I can’t." "MAD MEN" S02E12: THE MOUNTAIN KING

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MobyDick : : Moviejones-Fan
25.01.2021 08:59 Uhr | Editiert am 25.01.2021 - 09:00 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.952 | Reviews: 138 | Hüte: 441

Smith2601

Da hast du was falsch gelesen, er hat mir eben doch schon gefallen, aber er hat erhebliche Probleme, die ihn für mich eben nicht zu einem Blockbuster machen sondern den falschen Film, um ihn als vermeintlichen Heilsbringer des Kinos zu verheizen. Außerdem gibt es inhaltlich und erzählerisch deutlich bessere Filme zum Thema...

Nothing-is-written

Danke für den Hut smile

Dünyayi Kurtaran Adam
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Smith2601 : : Moviejones-Fan
25.01.2021 06:57 Uhr
0
Dabei seit: 02.05.17 | Posts: 32 | Reviews: 0 | Hüte: 1

@ Moby Dick

Schade, dass der Film dir ( deine Bewertung von 3,5 ist dann noch sehr positiv anzusehen) und Nothing is written nicht gefallen hat, mir hat er trotz der fehlenden anspruchsvolleren Geschichte und den oberflächlichen Charakteren sehr gut gefallen und ich bin sehr froh, diesen 2 mal im Kino bewundert zu haben. Hätte ich damals gewusst, dass wir jetzt wieder Monatelang auf Kino verzichten müssen hätte ich ihn ein drittes Mal angeschaut.

Euren Analysen nach zu urteilen scheint ihr beide sehr aufmerksam bei Filmen zu sein und gewisse Ansprüche an Filme zu haben und könnt sie dadurch sehr detailliert analysieren.

Weiter so.

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Nothing-is-Written : : Moviejones-Fan
25.01.2021 02:17 Uhr
0
Dabei seit: 04.01.21 | Posts: 162 | Reviews: 2 | Hüte: 25

@MobyDick

Wahrscheinlich empfand ich genau diese Suche nach einem Grund für das ganze pathetische Spektakel als unglaublich sperrig. Du hast das schön beschrieben und scheinst damit den Film deutlich schneller auf das Wesentliche dekonstruriert zu haben, als ich es vermochte. Ich habe in der Tat bis zum Schluss nach einer intelligenten Prämisse für das ganze Brimborium gesucht. Meinen Hut dafür! Ich möchte mir den ebenfalls äußerst ungern ein zweites Mal antun.

Ich kann nur sagen, dass du mit deiner Schilderung genau das merkwürdige Empfinden zum Ausdruck gebracht hast, woran ich unterschwellig zu knabbern hatte. Ich finde den Film daran gemessen schlicht belanglos und seicht. Gerade im Kontext (Anti-)Kriegsfilm.

Ein kluger Mensch hat einmal gesagt, dass es den Antikriegsfilm nicht gäbe, weil alle Bilder über die Thematik affizieren. Denn das Affizieren hätten diese mit der Faszination am mutwilligen Töten gemein. Bei Nolans Bilderreigen von Dunkirk trifft diese Feststellung unter den mannigfaltigen Referenzmöglichkeiten wohl am ehesten zu...

"I have been watching my life. It’s right there. I keep scratching at it, trying to get into it. I can’t." "MAD MEN" S02E12: THE MOUNTAIN KING

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MobyDick : : Moviejones-Fan
24.01.2021 22:42 Uhr
1
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.952 | Reviews: 138 | Hüte: 441

Nothing is Written

Dunkirk habe ich überhaupt nicht als sperrig empfunden, das war einer der pumpendsten Filme, die ich so im Kino erlebt habe, nur hat der Film bei mir eine Halbwertzeit von etwa 3 Minuten nach Kinobesuch gehabt. Der Film war tatsächlich recht banal, irgendwie wollte er die Grauen des Krieges angeblich anprangern, hat aber gleichzeitig den Heldenmut und den Pathos gefeiert, mit einer ziemlich plumpen und pathetischen politischen Rede am Ende noch garniert. Die Helden waren dann auch ziemlich heldenhaft und teilweise wirklich klischeehaft inszeniert, inkl. einem extrem unsinnigen Tom Hardy Finale sowie einer typisch pathetischen Brannagh Entscheidung. Der Film hat weder vorgehabt, noch irgendwie vorgegaukelt, etwas sein zu wollen, was er nicht ist. Hier hat Nolan einfach einen neuen Spinn für sein Spiel mit den Zeitebenen in einen Film geklatscht, der so ziemlich jeden Darsteller - außer vielleicht Cillian Murphy - in eine heroische Pose gequetscht hat. Da war so viel mehr drin, aber wie gesagt, anscheinend hatte der Film keinerlei Anliegen als Geld zu scheffeln und die richtigen Knöpfe beim Publikum zu drücken.

Aber ich habe den nur einmal gesehen, und danach nicht mehr und habe auch nicht vor was von meiner wertlosen Zeit in eine Zweitsichtung zu vergeuden, daher kann ich mich auch gerne irren wink

Bzgl Westworld: Ich bin sogar der Meinung, dass Staffel 2 noch besser ist, wobei ich glaube ich da eher zur Minderheit gehöre, Staffel 3 ist auch noch gut, aber fällt im Vergleich schon deutlicher ab, dennoch immer noch extrem überragende Serie und ich hoffe darauf, dass die die Serie so beenden dürfen wie sie wollen

Dünyayi Kurtaran Adam
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Nothing-is-Written : : Moviejones-Fan
24.01.2021 16:16 Uhr | Editiert am 24.01.2021 - 16:20 Uhr
0
Dabei seit: 04.01.21 | Posts: 162 | Reviews: 2 | Hüte: 25

@MobyDick

Darf ich fragen, wo genau du die Anbiederung bei Dunkirk siehst? Bei Interstellar weiß ich genau, was du damit meinst. Dunkirk aber empfand ich als extrem sperrig und schwierig anzuschauen. Zumindest wenn man die Einblendung der genauen Zeitangabe außen vor lässt. Ich behaupte bei dem Film ja, dass der ohne diese Angaben völlig in sich zusammengefallen wäre, weil das Konstrukt nur dadurch legitimiert wird. Die Sidequest um den Bootsfahrer war da noch der größte Ankerpunkt für das Publikum...

Hinsichtlich der Relation zum Budget und der Erwartungshaltung stimme ich zu, dass Tenet kein Erfolg gewesen wäre. Zumindest ist das sehr diskutabel.

Ich denke Christopher Nolan war immer dann richtig gut, wenn sein Bruder am Drehbuch mitgewirkt hat. Das sehe ich ähnlich. Darüber hinaus ist gerade die erste Staffel von Westworld eine Wucht in Sachen Worldbuilding und Storytelling. Die Serie hat viele intelligente Metareflexionen über genau diese zwei Bereiche von audiovisuellen Medien.

"I have been watching my life. It’s right there. I keep scratching at it, trying to get into it. I can’t." "MAD MEN" S02E12: THE MOUNTAIN KING

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MobyDick : : Moviejones-Fan
24.01.2021 13:38 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.952 | Reviews: 138 | Hüte: 441

Smith2601

Entschuldige bitte dass ich nicht wirklich detailliert auf deine Frage eingehe, bin aber gerade etwas kurz bei Zeit, möchte deine Frage aber nicht im luftleeren Raum stehen lassen.

Der Film ist sperrig, pseudomässig kompliziert und nach meinem Gefühl definitiv kein Film, den sich alle 4 Quadranten mehrmals ansehen. Außerdem hat er sehr rudimentär entwickelte Protagonisten und die eine oder andere offensichtliche Fehlbesetzung, hinzu kommt die fehlende Identifikationsmöglichkeit und seine sehr rudimentär vage Inszenierung. Ich persönlich finde den besser als Nolans letzte "Entgleisungen" da er sich nicht mehr beim Publikum anbiedern, aber der Film ist weit davon entfernt wirklich großartig zu sein. Und mit Flop meine ich auch deutlich hinter Erwartungen, man muss sowas auch in Relation zum Budget setzen.

Für weiteres kannst du gerne in mein Review zu Tenet reinlunzen...

(Ich bin ohnehin gerade der Meinung dass der andere Nolan momentan der bessere Geschichtenerzähler ist - siehe Westworld

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
24.01.2021 12:42 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.818 | Reviews: 153 | Hüte: 493

@Nothing-is-Written und PaulLeger
"Ich kann so gut wie jede Beobachtung nachvollziehen und mich damit anfreunden. Es macht echt Spaß deine Ausführungen zu lesen."

Dem kann ich mich, an euch beide gerichtet, nur anschließen.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Nothing-is-Written : : Moviejones-Fan
24.01.2021 08:45 Uhr
0
Dabei seit: 04.01.21 | Posts: 162 | Reviews: 2 | Hüte: 25

@PaulLeger

Ich kann so gut wie jede Beobachtung nachvollziehen und mich damit anfreunden. Es macht echt Spaß deine Ausführungen zu lesen.

"I have been watching my life. It’s right there. I keep scratching at it, trying to get into it. I can’t." "MAD MEN" S02E12: THE MOUNTAIN KING

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PaulLeger : : Moviejones-Fan
24.01.2021 03:54 Uhr
0
Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 694 | Reviews: 5 | Hüte: 96

@ Nothing-is-Written

Dass Nolan künftig jeden Film neu verhandelt, könnte ich mir auch gut vorstellen.

Da ist das Problem für mich gewesen: es bleiben nur die großen 5, die aber allesamt nicht unbedingt nur künstlerischen Geist unterstützen, sondern ihn auch mal zurechtstutzen

Das stimmt, aber davon kann man Warner eben auch nicht freisprechen. Nolan wird schon bewusst sein, dass alle Major-Studios bei weniger einflussreichen Regisseuren schon mal in die künstlerischen Aspekte eingreifen, damit hat er sich bislang arrangiert und das wird er weiterhin tun müssen, wenn er weiter Filme für 100 Mio aufwärts drehen will. Mit der HBO Max-Entscheidung und wie diese gehandhabt wurde, ist für ihn als Verfechter des Kinoerlebnisses aber wohl eine rote Linie überschritten worden, die schwerer wiegt als gelegentliche künstlerische Eingriffe von Seiten der Studios.

Disney halte ich auch für realistisch. Nur: auch die sind mittlerweile mehr oder weniger stark mit dem Streaming-Segment verbunden.

Mit Streaming an sich hat Nolan ja kein Problem, solange es nicht die Kinoauswertung ersetzt, was es bei Warners derzeitigem Ansatz in Anbetracht der größtenteils geschlossenen Kinos jedoch de facto tut. Nun hat natürlich auch Disney einige fürs Kino geplante Filme zu seinem Streamingdienst geschoben, im Gegensatz zu Warner allerdings nicht alle. Bei "Black Widow" bahnt sich gerade die dritte Verschiebung des Kinostarts an, Disney hält also zumindest dem derzeitigen Anschein nach an der Kinoauswertung fest, sowas dürfte Nolan sicher positiv registrieren. Mindestens genauso wichtig dürfte ihm aber sein, dass Disney die Kreativen, deren Filme zu Disney+ geschoben wurden, frühzeitig darüber in Kenntnis gesetzt hat. Wie du schön ausgeführt hast, war das bei Warner nicht der Fall, was mit der größte Grund für Nolans Unmut ist. Somit dürfte er Disneys Vorgehen in der Pandemie deutlich positiver sehen als das seines bisherigen Studios.

Sony hat keinen eigenen Streamingdienst und ist bisher auch nicht dadurch aufgefallen, dass man verstärkt auf Premium-VoD-Lösungen setzen will, da gäbe es also erst Recht keine Probleme. Universal, das mit den großen Kinoketten ein verkürztes Kinofenster vereinbart hat, könnte Nolan schon eher ein Dorn im Auge sein, aber da sie diese Lösung eben gemeinsam mit den Kinoketten ausgehandelt haben (und sie nicht wie Warner einfach vor vollendete Tatsachen gestellt haben) und die Kinos sogar an den Streamingeinnahmen beteiligt werden, ist das ein deutlich Kinofreundlicheres Modell als die Radikallösung von Warner und dürfte bei Nolan somit auf deutlich mehr Gegenliebe stoßen. Für seinen eigenen Film würde er aber mit Sicherheit ein traditionelles exklusives Kinofenster aushandeln und wenn Universal ihm das nicht bieten würde, wären sie raus aus dem Rennen.

Gerade nach dem Schock durch die Aktion von Warner wird Nolan bei seinem nächsten Vertrag erst Recht darauf achten, dass ihm alle Punkte, die er als wichtig erachtet, hieb- und stichfest zugesichert werden und sein Film unter keinen Umständen zu einem Streamingdienst abgeschoben werden kann. Und Nolan werden als einem von wenigen Regisseuren solche Forderungen erfüllt, weil seine Filme allein durch seinen Namen eine Marke sind, die die Leute ins Kino lockt. Natürlich gibt es für Cineasten zahlreiche weitere Filmemacher, deren Werke einen Pflichtbesuch darstellen, aber die breite Masse geht eben nicht für den neuen Scorsese ins Kino, für den neuen Nolan oder Tarantino aber schon.

Man muss sich ja nur mal anschauen was für Konditionen Tarantino für seinen letzten Film aushandeln konnte und das obwohl er da einen Streifen gepitcht hat, den Sony unmöglich für einen sicheren Kassenhit gehalten haben kann. Ein 3-Stunden-Film ohne Handlung um einen gescheiterten Schauspieler und dessen Stunt-Double in den späten Sechzigern, wenn das mal nicht nach einem Milliardenhit klingt.^^ Und dennoch bekam Tarantino ein 90-Mio-Budget, das Recht auf den Final Cut, eine sehr hohe Gewinnbeteiligung und sogar das Copyright an dem Film zugesichert. Und dabei sind Tarantinos Filme bei weitem nicht so profitabel wie die von Nolan, ergo würde man Nolan sicher nicht weniger Zugeständnisse machen.

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Nothing-is-Written : : Moviejones-Fan
23.01.2021 23:39 Uhr | Editiert am 23.01.2021 - 23:41 Uhr
0
Dabei seit: 04.01.21 | Posts: 162 | Reviews: 2 | Hüte: 25

Entschuldigung eines noch:

@PaulLeger

Bei deinem ersten Einwand schriebst du am Schluss:

"Ich denke aber wie gesagt nicht, dass er dazu (kleinere Budgets für seine Filme) gezwungen sein wird."

Das habe ich jetzt erst einmal richtig zu deuten gewusst. Es ging mir nie darum zu sagen, dass ihn niemand mehr finanzieren wird. Es ging mir eher darum, dass er ein Studio braucht, das genügend Geld bieten kann, damit er weiterhin so große Werke stemmen kann, wie er das möchte. Da ist das Problem für mich gewesen: es bleiben nur die großen 5, die aber allesamt nicht unbedingt nur künstlerischen Geist unterstützen, sondern ihn auch mal zurechtstutzen und eigene Pläne mit Streaming und Co. verfolgen. Deshalb der Exkurs in Bezug auf seinen Werdegang und seine Einordnung der Kritik an der systematischen Ignoranz der Wünsche von RegisseurInnen in der aktuellen Situation um HBO Max.

Es gibt jede Menge Studios, die ihn wollen (insbesondere die Großen). Die Frage ist, ob er zu denen will. Vielleicht wäre eine stetige Neuverhandlung bei jedem Film das Beste für ihn? Wäre das eine kluge Option?

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Nothing-is-Written : : Moviejones-Fan
23.01.2021 23:21 Uhr | Editiert am 23.01.2021 - 23:24 Uhr
0
Dabei seit: 04.01.21 | Posts: 162 | Reviews: 2 | Hüte: 25

@PaulLeger

Genau das meine ich: es ist so offensichtlich mit den wenigen Optionen, dass man sich schon fragen kann, was er nun abseits des Warnsignals damit bezwecken möchte. Ich nehme ihm seine Abneigung gegen Warners / AT&Ts Vorgehen ab. Aber wie geht er nun konstruktiv damit um? Geht es ihm nur darum, dass er persönlich weiterhin seine Filme finanziert bekommt und seine Filme zu Beginn ausschließlich im Kino laufen? Beides hatte ihn persönlich bisher nicht bedroht. Hypothetisch hätte es aber Tenet bei Verschiebung in den Herbst-Winter-Zeitraum treffen können und damit wäre der vielleicht auch zu HBO Max gewandert... Keine Ahnung aber, wie da seine Verträge geartet sind. Andere RegisseurInnen( kleinere bzw. mit weniger Ansehen) werden jedenfalls von den anderen Studios nicht unbedingt besser behandelt und Rechte bezüglich der Ausstrahlungssituation oder einer fairen Kommunikation können sie auch nicht ohne weiteres einfordern. Vielleicht geht es ihm einfach um die Signalwirkung, die sein Weggang für andere Kreative und den Vorstand besitzt. Oder um das Testen seines Marktwertes in seiner verärgerten Lage. Was denkst du dazu?

Disney halte ich auch für realistisch. Nur: auch die sind mittlerweile mehr oder weniger stark mit dem Streaming-Segment verbunden. Wahrscheinlich ist ihm das auch unwichtig, womit der Konzern noch so sein Geld verdient, solange er die kreative Freiheit besitzt... Er selbst weiß mit Sicherheit auch, dass das Geschäft nunmal so tickt.

Zu Scorsese: Ja okay. Den Schuh muss ich mir anziehen, dass das nicht die Klügste Parallele war, die ich hätte erdenken können. Nolan und der selbst von dir eingebrachte Tarantino stehen da in einem deutlich komfortableren Verhältnis von Kosten/Umsatz. Danke für die Richtigstellung.

(nur für den Kontext: Ursprünglich sollte The Irishman allerdings deutlich weniger als das von Netflix übernommene Budget kosten. Darüber hinaus wäre die Laufzeit höchstwahrscheinlich nicht 200+ Minuten gewesen, sondern eben höchstens 3 Stunden. In dem Fall war Netflix also sogar recht hilfreich. Trotzdem war das klar ein Risikofilm.)

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PaulLeger : : Moviejones-Fan
23.01.2021 22:34 Uhr | Editiert am 23.01.2021 - 22:34 Uhr
1
Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 694 | Reviews: 5 | Hüte: 96

@ Nothing-is-Written

Wenn er sich 100% treu bleiben möchte glaube ich aber weniger, dass er mit seinem stark auf das künstlerische Mitspracherecht bedachten Ansatz so viele Optionen besitzt.

Da es nach Disneys Aufkauf von Fox nur noch fünf Majors gibt, ist es eine Binsenweisheit, dass es nicht so wahnsinnig viele Optionen sind. wink Aber ein Bieterkampf zwischen Sony und Universal reicht ja aus. Ich würde nicht mal Disney gänzlich ausschließen, die haben Fox ja nicht aufgelöst, sondern umbenannt, vielleicht planen die unter dem neuen Banner ja was, wo Nolan gut reinpasst. Und da Nolans Filme auch immer eine PG-13-Freigabe erhalten, würden sie auch nicht gegen den familienfreundlichen Ansatz des Unternehmens verstoßen. Aber Sony oder Universal wären natürlich die wahrscheinlicheren Optionen.

Scorsese halte ich für ein schlechtes Beispiel. Der hat einen 3-stündigen Film über alternde Gangster für 150 Mio gedreht, das war kein Risikoprojekt, das wäre der sicherste Kinoflop der letzten Jahre gewesen und somit ist es aus finanzieller Sicht absolut verständlich, dass da kein Hollywoodstudio bereit war den zu finanzieren. Du sagst ja selbst, dass Scorsese kein Kassenmagnet ist und daher sind die beiden auch nicht vergleichbar. Scorseses mit Abstand erfolgreichster Film hat ungefähr so viel eingespielt wie "Tenet" mitten in einer Pandemie fast gänzlich ohne den US-Markt, das sind finanziell einfach komplett unterschiedliche Dimensionen, in denen sich die beiden bewegen.

Etwas simplifiziert zusammengefasst: Scorsese macht Filme, die in der Regel 200-300 Mio einspielen und fordert für seinen nächsten Film dennoch ein Produktionsbudget von 150-200 Mio (ohne Marketingkosten!). Für ein äquivalentes Kosten-Ertrag-Verhältnis müsste Nolan für seinen nächsten Film ein 400 Mio-Budget fordern, bei dem natürlich alle Studios genauso abwinken würden wie bei Scorsese. Im Gegensatz zu Scorsese veranschlagt Nolan für seine Filme aber Produktionskosten, die gemessen an seinen vorherigen Filmen durchaus realistisch schwarze Zahlen erwarten lassen (sofern keine Pandemie herrscht...), daher sollte er keine Probleme haben, sie finanziert zu bekommen.

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