Death Note

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Gelungene Adaption und gute Werbung für den Anime

Death Note Kritik

Death Note Kritik
4 Kommentare - 03.10.2017 von luhp92
In dieser Userkritik verrät euch luhp92 wie gut Death Note wirklich ist.
Death Note

Bewertung: 3.5 / 5

Als großer Fan des Animes muss ich hier nach den zahlreichen negativen Kritiken eine Lanze für diese Filmadaption brechen! Eine Serie mit 37 Episoden kann man doch nicht in einem 140-Minuten-Film unterbringen, oder? Doch, kann man, wenn man weiß, was man erzählen möchte!

Trailer zu Death Note

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Sicherlich hetzt der Film manchmal etwas durch seine Handlung und Hintergrunderklärungen, aber die Umsetzung kann sich insgesamt durchaus sehen lassen. Adam Wingard und seine Drehbuchautoren picken sich einen Handungsstrang aus dem Anime heraus, konzentrieren sich nur darauf und werfen unnötigen Ballast über Bord. Daraus ergibt sich schließlich ein kurzweiliges und spannendes Katz-und-Maus-Spiel zwischen zwei ebenbürtigen Kontrahenten sowie ein Selbstjustizdrama über ein Teenager-Liebespaar, das nach und nach von seinen Allmachtsfantasien und Götterkomplexen aufgefressen wird. Kann es eine bessere Werbung für den Anime geben?

Die Whitewashing-Vorwürfe kann ich nicht nachvollziehen, denn wenn man einen Anime für das US-amerikanische Publikum adaptiert, dann bitte so wie in "Death Note" geschehen! Es wird nicht nur die Handlung in die USA verlegt, auch die Namen werden dementsprechend geändert, des Weiteren finden gesellschaftliche, ethnische und kulturelle Unterschiede ihre Berücksichtigung. Aufgrunddessen hat zum Beispiel der Name "Kira" hier eine andere Bedeutung als im Anime.

Nat Wolff als Light Turner und Margaret Qualley als Mia Sutton (nicht Misa Amane, sondern eine Art weibliche Version Lights) spielen okay, getragen wird der Film aber eindeutig von Keith Stanfield als L und Shea Whigham als Lights Vater und Leiter der polizeilichen Ermittlungen. Im Hintergrund und in den Schatten bewegt sich Willem Dafoe als Todesgott Ryuk. Eine Idealbesetzung, Dafoe ist mit seinen teuflisch-dämonischen Gesichtszügen nunmal perfekt für solche Rollen geeignet!

Als weiterer Vorteil stellt sich die audiovisuelle Gestaltung des Films heraus. Großstadtkulissen, Dauerregen, düstere und von Neonlichtern durchzogene Bilder, elektronische Musikuntermalung. Eine trostlose Atmosphäre, welche perfekt zum Inhalt des Films passt und auf mich einen Sog ausübte. Meiner Meinung nach hatte "Death Note" in dieser Hinsicht viel von "Blade Runner", so kann man der japanischen Vorlage natürlich auch seinen Tribut zollen.

Death Note Bewertung
Bewertung des Films
710
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4 Kommentare
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luhp92 : : BOTman Begins
04.10.2017 18:16 Uhr | Editiert am 04.10.2017 - 18:18 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 9.133 | Reviews: 95 | Hüte: 275

@MD02GEIST

Ich kann nachvollziehen, wenn man die Charaktere vermisst und hätte daher eine Live-Action-Serienadaption dem Film auch vorgezogen, aber ich kann mich letztendlich nur wiederholen: Für den Netflix-Film braucht es diese Charaktere nicht.

"aber weil ich ja wusste wie alles endet wollte es nicht mehr funktionieren."

Damit hatte bisher zum Glück noch bei keinem Film und keiner Serie Probleme!
Dank des Netflix-Films habe ich jetzt wieder richtig Lust auf den Anime bekommen und bin aktuell schon bei Episode 13^^

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MD02GEIST : : Godzilla Fan #1
04.10.2017 05:32 Uhr
0
Dabei seit: 01.01.13 | Posts: 2.045 | Reviews: 12 | Hüte: 155

@ luhp
Und dies stört eben viele. Weil diese Charaktere eben auch Teil der Handlung sind und einfach nicht "zu eliminieren" sind. So die Auffassung vieler.

"Solange dabei gute Filme entstehen, die größtenteils in sich schlüssig sind, ist das meiner Meinung nach egal. "Blade Runner", "The Shining", "The Prestige" oder "Cloud Atlas" zum Beispiel sind für mich allesamt großartige und für den Laien verständliche Filme, die laut Buchlesern aber nicht allzu viel mit der Vorlage gemein haben."

Da stimme ich uneingeschränkt zu!

"Ein Vergleich zwischen verschiedenen Kulturen ist meiner Meinung nach sehr bereichernd!"

Jenes hier ist ein Thema für sich. Viele, viele Leute sehen dies anders. Ich habe damit normalerweise auch kein Problem, doch es kommt eben darauf an wer und wie. Sehen wir am Beispiel GINO.

So aber viele wollen eben keinen Unterschied. Ihre Gedanken sind so sehr auf das Ausgangsmaterial in seiner Form als Zeichnung fokusiert.

""Ich habe mir natürlich einst das Anime angesehen und fand es wahrlich toll. Doch beim zweiten Versuch wollte es nicht mehr funktionieren."

Jetzt im Vergleich zum Manga?"

Das Franchise also Manga wie Anime. Die Thematik das Macht korrumpiert ist zeitlos, aber weil ich ja wusste wie alles endet wollte es nicht mehr funktionieren.

Jedoch gibt es viele, viele Titel die ich rauf und runter schauen kann und obwohl ich jede einzelne Szene kenne; jedes Mal erfüllt es seinen Auftrag und unterhält mich.

Komisch ist die Sache schon, dass möchte ich nicht kleinreden.

Monsters are born too tall, too strong, too heavy—that is their tragedy - Ishiro Honda
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luhp92 : : BOTman Begins
03.10.2017 19:04 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 9.133 | Reviews: 95 | Hüte: 275

"Es gibt sowas wie "unnötigen Ballast" nicht."

Im Bezug auf den Netflix-Film sehr wohl. Die hier präsentierte Handlung konzentriert sich alleine auf Light und L, da braucht es zum Beispiel keine Misa Amane, keinen Near, keinen Mello und keine weiteren Shinigami.

"Wieviel kann bzw. darf man rausnehmen oder verändern und es dann noch so betiteln?"

Solange dabei gute Filme entstehen, die größtenteils in sich schlüssig sind, ist das meiner Meinung nach egal. "Blade Runner", "The Shining", "The Prestige" oder "Cloud Atlas" zum Beispiel sind für mich allesamt großartige und für den Laien verständliche Filme, die laut Buchlesern aber nicht allzu viel mit der Vorlage gemein haben.

"es vermochte gerade durch seine ursprüngliche Herstellung zu faszinieren."

Wenn du so argumentierst, dürfte man ja gar keine Live-Action-Adaptionen von Animes mehr drehen und erst recht keine US-amerikansichen. Bei einem Live-Action-Film geht der (japanische) Animecharakter doch zwangsläufig verloren. Ich fand es ziemlich spannend zu beobachten, wie Netflix "Death Note" für das US-amerikanische Publikum adaptiert und wo es zwangsläufig zu Unterschieden kommen muss. Ein Vergleich zwischen verschiedenen Kulturen ist meiner Meinung nach sehr bereichernd!

"Ich habe mir natürlich einst das Anime angesehen und fand es wahrlich toll. Doch beim zweiten Versuch wollte es nicht mehr funktionieren."

Jetzt im Vergleich zum Manga?

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MD02GEIST : : Godzilla Fan #1
03.10.2017 17:24 Uhr
0
Dabei seit: 01.01.13 | Posts: 2.045 | Reviews: 12 | Hüte: 155

@ luhp

Eine interessante und durchaus sehr provozierende Kritik.

"seine Drehbuchautoren picken sich einen Handungsstrang aus dem Anime heraus, konzentrieren sich nur darauf und werfen unnötigen Ballast über Bord"

Dies ist der Punkt, der all die Provokationen auslöste bzw. auslöst. Du kennst das Anime, damit kennst du auch den Manga (bis auf das 109 Extra-Kapitel, das wurde erst viel später erstellt, aber das soll jetzt nicht das Thema sein).

Von dem was ich lesen konnte, war es neben dem White-Washing genau das. Es gibt sowas wie "unnötigen Ballast" nicht. Und wenn ich ehrlich bin, dass ist immer die Krux beim Thema Adaptation.

Wieviel kann bzw. darf man rausnehmen oder verändern und es dann noch so betiteln?

Natürlich ist es vollkommen legitim das dir der Film gefiel, nur das wollte ich noch anmerken. Wenn ein Stoff wahrlich nicht einen ca. 2h Stunden Film schafft ist eine Diskussion darum schon geboren.

Es bedarf hier Akzeptanz und Wille dies als Adaptation anzuerkennen. Die Reinheit einer Sache wird dadurch stark beeinträchtigt. Das ist auch mit dem White-Washing so gemeint. DEATH NOTE bezog bzw. bezieht seine Faszination nicht nur aus seiner Geschichte und seiner Gestaltung seiner Charaktere; es vermochte gerade durch seine ursprüngliche Herstellung zu faszinieren.

Ich habe mir natürlich einst das Anime angesehen und fand es wahrlich toll. Doch beim zweiten Versuch wollte es nicht mehr funktionieren. Daher werde ich auch den Film niemals mir ansehen, denn außerhalb von Netflix schließe ich eine VÖ auf DVD/ BD doch eher aus.

Wäre zwar toll, wenn es eine geben würde, aber mal sehen. Auf jeden Fall: eine kleine, klare, verständliche und individuelle Kritik.

Mach weiter so!

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