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Gone Girl - Das perfekte Opfer

Kurz-Kritik: Mediensatire und Ehedrama

Gone Girl - Das perfekte Opfer Kritik

2 Kommentar(e) - 14.09.2016 von luhp92
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von luhp92.
Filmkritik

Gone Girl - Das perfekte Opfer Bewertung: 4.5/5

Zwei Jahre nach dem Kinostart endlich (wieder?) als Video on Demand zu erhalten!
Diese Chance musste ich direkt ausnutzen^^

Durchschnittlich fallen die Bewertungen zwar positiv aus, aber aufgrund der nicht wenigen Kritiken, die von einem mittelprächtigen bis schlechten Film sprechen oder ihn sogar als Finchers schwächsten überhaupt bezeichnen, habe ich das Gefühl, eine Lanze für "Gone Girl" brechen zu müssen.

"Gone Girl" ist ein über 2,5 Stunden packendes Psycho-/Ehedrama, eine Studie über das Auseinanderleben eines Traumpaars. Mit Ben Affleck als Ken und Rosamund Pike als Barbie :D Beide spielen überragend, vor allem Affleck scheint mit seinem schlechten Ruf aus den 2000ern aufzuräumen. Zu erwähnen sei an dieser Stelle, dass Fincher beide Seiten gleichermaßen beleuchtet und keinem klassischen Gut-Böse-Schema folgt. Sowohl Affleck als auch Pike spielen beide Arschlöcher, keinen von beiden kann man sympathisch finden.
Neben dem Ehedrama legt Fincher "Gone Girl" - und das ist meiner Meinung nach der stärker ausgeprägte Aspekt - als beißende Satire auf die Medien- und Öffentlichkeitswahrnehmung aus. Die Form unterstützt dabei den Inhalt. Mit kühlen und tristen Bildern hält er den Zuschauer auf Distanz und lässt den Zuschauer die Position der Öffentlichkeit einnehmen. Er manipuliert, spielt mit dem Meinungsbild und den Erwartungen der - oder besser gesagt: seiner - Zuschauer. Den klassischen Fincher-Storytwist haut er schon nach 50 Minuten raus, ratlos aber gespannt fragt man sich nun, wie die Geschichte weitererzählt wird. Mit der finalen Szene befindet man sich wieder am Beginn der Geschichte und was hier auf den ersten Blick als belangloses oder enttäuschendes Ende erscheint, ist in Wahrheit eben jenes Spiel mit den Zuschauererwartungen. Letztendlich reflektiert Fincher mit "Gone Girl" sogar sein eigenes Filmschaffen in den 90er Jahren. Ganz großes Kino!

Dem makellosen Filmerlebnis stellt sich nur das Drehbuch in den Weg. Der Handlungsverlauf weist arge Logikfehler auf und wird so herbeikonstruiert, dass am Ende alles zusammenpasst. Das im deutschen Untertitel beschriebene "Perfekte Opfer" ist in Wirklichkeit gar keines, bei Weitem nicht. In diesem Fall muss ich allerdings klar sagen: Der Zweck heiligt die Mittel!

8,5/10 Punkten, die ich auf 9/10 Punkten aufrunde.



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Gone Girl - Das perfekte Opfer Bewertung
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910
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luhp92
BOTman Begins
Geschlecht | 15.09.2016 | 22:01 Uhr15.09.2016 | Kontakt
Jonesi

Gut, vielleicht war ich da etwas im Vorteil, weil ich mich im Vorhinein leider habe spoilern lassen und wusste, dass Pikes Charakter die ganze Entführung nur inszeniert hat . Ich hätte nicht gedacht, dass Fincher diese Wendung schon so früh nach 50 Minuten offenbart und war dann wie oben beschrieben gespannt, wie sich die Geschichte in den nächten 95 Minuten weiterentwickelt.

Generell fühlte ich mich von den ersten zwei Stunden nicht gelangweilt, also haben wir den Film in dieser Hinsicht komplett anders empfunden. Ich würde jetzt nicht sagen, dass die zwei Stunden wie im Flug vergingen, aber für mich waren sie doch sehr unterhaltsam, weil das Ehedrama komplett anders aufgezogen wurde, als ich es erwartet hatte. Zwei Arschlöcher, keine Sympathien, etc.

Die Logikfehler beziehen sich auf Pikes Plan. Wie soll sie z.B. an das Teppichmesser gekommen sein, um Harris den Hals aufzuschlitzen, wenn sie doch die ganze Zeit gefesselt gewesen ist? Nachher hat sie auch eine andere Frisur als vorher, während der Gefangenschaft beim Friseur gewesen? Die ermittelnde Polizistin geht richtigerweise ja sogar auf das Teppichmesser ein, was von ihren Kollegen unverständlicherweise mit einem Achselzucken abgetan wird. Des Weiteren wird die blutverkrustete Pike im Krankenhaus nicht gewaschen, damit sie zu Hause eine Möglichkeit hat, mit Affleck zu duschen und ihren Plan zu erklären.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

eli4s
Moviejones-Fan
Geschlecht | 15.09.2016 | 18:19 Uhr15.09.2016 | Kontakt
Jonesi

Also ich war einer derjenigen, die vom Film sehr enttäuscht waren.
Trotzdem sage auch ich, dass der Film einige tolle Ideen hat. Und da seh ich die Stärken, genau wie du, beim Thema Medienkritik, Inszenierung von Wahrheiten/Identitäten und Manipulation der öffentlichen Wahrnehmung. Richtig gut und "bissig" wird der Film aber meiner Meinung nach erst im letzten Akt. Das Ende empfand ich als grandios und ganz und gar nicht belanglos - eher kommen gerade da nochmal die Ideen deutlich zum Ausdruck.

Das Problem ist aber eben, dass man vorher durch zwei recht zäh erzählte Stunden muss, die ich nicht besonders spannend fand. Auch fand ich den "Twist" mehr als vorhersehbar.
Wenn ich mich recht erinnere, hat mich genau der Moment eher missmutig gestimmt, als dann so weit mich mein Gedächtnis nicht trügt, Rosamund Pike erstmal einen Monolog hält und ihren Plan dem Zuschauer plump in aller breite erklärt. Danach dümpelt die Geschichte lange vor sich hin. Ein Glück, dass das Ende doch ein bisschen was wieder gut machen will - ist aber nicht genug. An Logikfehler kann ich mich nach so langer Zeit nicht erinnern, aber wär ja nur noch ein Minuspunkt...

PS: ich finde den deutschen Zusatztitel eigentlich sehr treffend ;)