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Warcraft - The Beginning

Von Fans für Fans - Warcraft

Warcraft - The Beginning Kritik

0 Kommentar(e) - 26.05.2016 von ZSSnake
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von ZSSnake.
Filmkritik

Warcraft - The Beginning Bewertung: 4/5

Mitternachtspremiere von Warcraft (- The Beginning). Einer der am meisten erwarteten Filme des Jahres, der Film mit dem die Hoffnungen auf weitere Filme aus dem Warcraft-Universum stehen und fallen. Außerdem einer der bisher heißesten Kandidaten auf den Titel "Beste Videospielverfilmung", die wir bisher hatten. Angry Birds hatte sich dieses Jahr bereits als erstaunlich unterhaltsam und treu zum Ausgangsmaterial präsentiert - Assassins Creed steht Ende des Jahres noch an - doch wie schlägt sich Blizzards großes Franchise auf der großen Leinwand?

Trailer zu Warcraft - The Beginning
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Inhalt:
Die Welt der Orks, Draenor, liegt im Sterben. GulDan, Prophet und Schamane der Orks überredet sein Volk durch ein großes Portal in eine unbekannte Welt zu ziehen, in der sie eine neue Heimat finden werden. Als die orkische Horde in Azeroth, der Welt der Menschen, Zwerge und Elfen, eintrifft, beginnt die Schlacht um das Reich der Allianz in dem seit Jahren Frieden herrschte. Doch Durotan, Kriegshäuptling eines der orkischen Clans zweifelt an GulDans Methoden und eine unwahrscheinliche Allianz kündigt sich an. Kann Anduin Lothar, Anführer der Armeen der Menschen, der Macht der Orks einhalt gebieten?

Kritik:
Warcraft ist ein Film auf den viele Fans des bekannten Franchise seit Jahren warten. Die Hoffnungen die auf diesem Film ruhen waren im Vorfeld unglaublich hoch, die Erwartungen jedoch - aufgrund von Videospielverfilmungen über Videospielverfilmungen die dem Geist ihrer Vorlage nicht gerecht wurden - eher gemäßigt. Als dann die ersten Trailer erschienen wirkte es, als hätte Blizzard gemeinsam mit Legendary Pictures hier tatsächlich etwas geschaffen, was dem Look und Feeling der Vorlage entspricht.

Der Film folgt quasi den Ereignissen des ersten Spiels der Warcraft-RTS-Reihe und befasst sich mit dem ersten Einfall der Orks in Azeroth unter Führung von GulDan (Daniel Wu), der die Horde mit einer dunklen Energie, dem Fell, stärker macht. Diese ist es auch die aus den braunen Orks ihre kriegslüsternden, größeren, grünhäutigen Brüder macht. Einer der wenigen noch braunen Clans sind die Frostwölfe unter Führung Durotans (Toby Kebbell), der an den Methoden GulDans zweifelt und dem die Zerstörung nicht entgeht, die diese Magie mit sich bringt, die aus der Lebensenergie ihrer Umgebung gespeist wird.

Dieser Umstand schafft auf Seiten der Orks einen interessanten Konflikt innerhalb der eigenen Reihen, in dem insbesondere die Frage orkischer Ehre und Tradition auf dem Spiel steht. Durotan wünscht sich nur eine neue Heimat für sich, seine Frau und sein neugeborenes Kind und fürchtet um den zerstörerischen Einfluss der Magie GulDans auf sein Volk. GulDan hingegen möchte die Welt der Menschen erobern und mit der Horde in Besitz nehmen, koste es was es wolle. Außerdem scheint im Hintergrund irgeneine dämonische Macht zu lauern, die nicht nur GulDans Schritte leitet, sondern auch für das Fell verantwortlich scheint.

Dann ist da noch Garona, gespielt von Paula Patton, die recht früh im Film Gefangene der Menschen wird und ohnehin scheinbar kein "echter" Ork ist. Ihre Züge sind menschlicher, sie versteht die Sprache der Menschen und steht klar zwischen den Stühlen. Insbesondere ihre wachsende Freundschaft zu Andiun Lothar (Travis Fimmel) und Zauberlehrling Khadgar (Ben Schnetzer) lässt sie schnell zur wertvollen Beraterin im Konflikt mit den Orks und zugleich zu einer Hoffnung auf Frieden werden. Ihre Rolle als Ausgestoßene ihres eigenen Volkes lässt jedoch zugleich immer wieder Misstrauen aufkommen.

Die Handlung um Ehre, Heimat und den Verlust dieser beiden ist eine große Triebfeder innerhalb der Geschichte. Überhaupt geht es insbesondere darum, was wer bereit zu tun ist, um sein Volk zu schützen und zu retten. Auf beiden Seiten gibt es klare Sympathisanten, deren Motive man verstehen kann - aber auf beiden Seiten kristallisieren sich eben auch Feindbilder heraus. Das Figurengeflecht tut hierbei gepaart mit einem phänomenal auf den Punkt geschriebenen Skript sein übriges um als Zuschauer selbst, wie die Figur der Garona, zwischen den Stühlen zu stehen. Obleich der Film den Menschen etwas mehr Laufzeit zugesteht und mit dem Plot um den Wächter Medivh (Ben Foster) und seine Rolle in diesem Konflikt weitere einnimmt, kommt er einem trotzdem recht gut gewichtet vor. Man sieht beide Seiten des Konflikts und kann letztlich alle Charaktermotivationen sehr gut nachvollziehen.

Trotzdem ist der Cast durch die Bank leider nicht viel mehr als Mittel zum Zweck die Figuren mit Leben zu füllen. Es gibt natürlich mit Fimmels Lothar, Kebbells Durotan, Schnetzers Khadgar und Pattons Garona Sympathieträger, die allesamt ihren Job ordentlich machen, aber wirklich spüren tut man von den Darstellern außerhalb ihrer Figuren relativ wenig. Keiner der Darsteller gab seiner Figur etwas, was denken ließ "der und kein anderer", wie es mit Ian McKellens Gandalf oder Mortensens Aragorn der Fall war - was natürlich völlig in Ordnung ist, aber den starken Bezug zu den Figuren eben abschwächt.

Auf visueller Seite macht der Film alles richtig. Die Sets, das CGI, die Kamerafahrten - was wir da sehen IST Azeroth. Alles fühlt sich korrekt an, das Design ist unfassbar gelungen und man spürt zu jedem Zeitpunkt, dass dort Fans am Werk waren, die die Welt so authentisch wie möglich aus den Videospielen auf die große Leinwand transportieren wollten. Sicher gibt es für Fans kleinere Fragezeichen (Warum schwebt Dalaran? Die Stadt ging in den Spielen erst viel später "in die Luft"), nichtsdestotrotz fühlt sich der Film absolut richtig an und es ist ein echtes Gänsehauterlebnis das alles zum Leben erweckt zu sehen - das Produktionsdesign macht jedenfalls alles absolut richtig. Und dieses Performance Capture - großartig! Die Orks werden dadurch lebendig, man erkennt jedes Detail an ihnen, wie kleine Metallringe durch die Hauer, Narben, Hautunebenheiten - die Animationen der Orks sind so unglaublich gelungen und auf den Punkt, dass diese Geschöpfe sich absolut real anfühlen. Sie haben Wucht hinter ihrer Präsenz und die zentralen Darsteller machen hier ihren Job durch das Performance Capture sehr gut. Alles wirkt absolut natürlich und ist genau wie erhofft.

Auch beim Score finden sich wirkliche Gänsehautmomente - die erste Kamerafahrt über Sturmwind mit dem City-Score aus World of Warcraft ist ein echtes Erlebnis. Später trifft der Score den Ton der Szenen und immer wieder finden sich kleinere Versatzstücke, die bekannt vorkommen und an die Musik der Spiele erinnern.

Trotzdem hat der Film auch seine Schwächen. Die bereits erwähnten Darstellerleistungen die funktionieren ohne sich die Figuren wirklich zu eigen zu machen sind nur eine davon. Die zweite ist vor allem die Laufzeit des Films. Sicherlich funktioniert er als Einstieg in ein viel größeres Universum, aber zugleich wünscht man sich mehr. Mehr Epik vor allem, denn irgendwie fehlen dem Film dann doch die ganz großen Momente, die ganz großen Gesten. Vieles wird sehr schnell abgehandelt und viele der großen Landmarken der Welt sind abgesehen von kurzem Sightseeing auch schnell wieder verlassen. Goldhain - check, Dalaran - check, usw. Das raubt dem Film einfach auf gewisse Weise seine Bereitschaft mehr zu sein, größer zu sein, als er es dann ist. Sicher ist Warcraft kein beliebiger Fantasyfilm geworden, aber grade bei einer Storyline mit diesen Möglichkeiten und einem solch reichhaltigen Universum hier nur an der Oberfläche zu kratzen, lässt für mögliche Fortsetzungen einfach auf weit mehr Mut zum Risiko hoffen.

Fazit:
Warcraft ist der Film geworden den sich Fans erhofft haben. Vorlagengetreu umgesetzt in einer brutalen Welt voller Ehre und Verrat, Kampfesmut und Krieg. Die Optik ist überragend und lässt einen die Welt von Azeroth spüren, Teil davon werden und man fühlt sich wie in einer Film gewordenen Videosequenz in einem der großartigen Spiele von Blizzard. Für den normalen Kinozuschauer wird jedoch dieser Fan/Nostalgieeffekt nicht greifen. Er wird sich über mangelnde Epik angesichts der Idee eines Fantasyepos wundern, die Figuren werden aufgrund der nur guten, aber keinesfalls bahnbrechenden, Performances der Darsteller angerissene Ideen von Charakteren bleiben und die Geschichte wirklich nur als Einstieg fungieren.

Und hier liegt die große Krux des Films. Warcraft ist sichtlich ein Film von Fans für Fans und als Fan kommt man heraus und ist glücklich, zufrieden und hat genau bekommen was man sich gewünscht hat. So ist Warcraft als Videospielverfilmung die definitive bisherige Krönung dieses Genres und lässt nahezu alle anderen Realverfilmungen dieses Genres wie Fingerübungen erscheinen. Als Fan mit dem Hintergrund der Spiele und der reichhaltigen Lore dieses Universums ist es ein Film dem man maximal die zu kurze Laufzeit ankreiden könnte, bei dem man aber alle möglichen "Löcher" in der Story selbst zu füllen imstande ist und so von ganz allein mehr aus dem Film macht. Als normaler Kinozuschauer kann man das eben nicht und bekommt so eine funktionierende Geschichte, die jedoch stellenweise etwas holprig und schnell erzählt daherkommt und die sich selbst des epischen Moments irgendwie beraubt, ohne dabei jedoch zu irgendeinem Zeitpunkt "schlecht" zu sein.

Warcraft ist die bislang beste Videospielverfilmung und als Fan gäbe ich 4,5/5 Hüten bzw. 9/10 Punkten. Als normaler Kinozuschauer würde ich jedoch nur 3,5/5 Hüte bzw 7/10 Punkte vergeben.


Unterm Strich bleiben es somit für mich 4/5 Hüte bzw 8/10 Punkte für einen tollen Film, bei dem jedoch klar die Fans die Nase vorne haben dürften, und eine klare Empfehlung für den Kinogang.



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Warcraft - The Beginning Bewertung
Bewertung des Films
810
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