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Die dunkle Seite des Mondes

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Prädikat: besonders wertvoll

Die dunkle Seite des Mondes Kritik

Die dunkle Seite des Mondes Kritik
0 Kommentare - 03.01.2016 von FBW
Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).

Bewertung: 4 / 5

Der Moment, in dem sich der ehemalige Chef einer gerade erworbenen Firma vor seinen Augen erschießt, ist für Urs Blank der Moment, in dem er aufwacht. Ganz plötzlich zählt das ganze Geld nicht mehr, das er als Wirtschaftsanwalt verdient. Auch das Prestige, das Ansehen bei den großen Bossen, die repräsentative Frau - nach und nach hinterfragt Urs alles, was er kennt und bisher für erstrebenswert hielt. Als er dann noch die geheimnisvolle und verführerische Lucille kennenlernt und mit ihr gemeinsam in einem wilden Drogentrip Magic Mushrooms zu sich nimmt, entscheidet er, sich ganz von den Fesseln seiner bisherigen Existenz zu lösen. Als sich herausstellt, dass die Drogen bei Urs zu einer regelrechten Veränderung der gesamten Persönlichkeit geführt haben, beschließt er, die Zivilisation zu verlassen. Doch Pius Ott, ein Wirtschaftsboss, der große Pläne mit Urs hatte, will nicht zulassen, dass sich Urs seiner Kontrolle entzieht...

Martin Suters gleichnamiger Roman bildet die Grundlage für den Thriller Die dunkle Seite des Mondes voll atmosphärischer Dichte. Regisseur Stephan Rick gelingt ein spannungsgeladener Film, der den Zuschauer in die Welt des Kapitals und der Global Player führt, in der nur der Gewinn entscheidet. Verlierer werden ausgestoßen oder vernichten sich selbst. Manches erscheint zuerst unglaubhaft, wird aber filmisch so inszeniert, dass es später mit Wucht glaubhaft wird. Der Film bietet inhaltliche und gestalterische Kontraste verschiedenster Art an, ist laut und leise, hell und dunkel, statisch und dynamisch. Die Kamera fängt unterschiedliche Perspektiven und wundervolle Bilder ein, lässt den Betrachter tief in die Augen von Menschen und Tieren blicken. Faszinierend!

Trailer zu Die dunkle Seite des Mondes

Dieser Thriller kann Diskussionen auslösen, denn er wirft zutiefst menschliche Probleme und Fragen auf. Gleichgültig, ob man zu der im Film gezeigten Welt gehört oder nicht. Was treibt uns an? Haben wir vielleicht auch den Wolf mit all seinen Facetten in uns, der im Film den beiden Protagonisten immer wieder begegnet? Was kann dazu führen, dass ein kluges, zivilisiertes Individuum alle Konventionen abstreift, ja vergisst und sogar zum Mörder wird?

Daher muss jetzt zu aller erst Moritz Bleibtreu genannt werden. Der Zuschauer lernt ihn als einen erfolgreichen Wirtschaftsanwalt kennen, dem alles gelingt, dem es beruflich und privat an nichts fehlt. Doch dann fließt Blut - der Verlierer der anderen Seite (übrigens einer sehr dunklen) erschießt sich vor seinen Augen. Von jetzt an entfaltet Moritz Bleibtreu ein Feuerwerk seiner schauspielerischen Fähigkeiten. Er ist ganz oben und ganz unten zugleich, draufgängerisch und ängstlich, zärtlich und brutal, ratlos und raffiniert. Die von ihm verkörperte Figur dominiert diesen Film, lässt den Zuschauer nicht los.

Abschließend müssen aber unbedingt noch alle weiteren Darsteller erwähnt werden, die das Figurenensemble um Bleibtreu herum gestalten und mit Leben erfüllen wie zum Beispiel Jürgen Prochnow als Partner und Gegner und Nora von Waldstätten als die geheimnisvolle, Neues versprechende Lucille.

Prädikat: besonders wertvoll

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung

Die dunkle Seite des Mondes Bewertung
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810
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