Die Entdeckung der Unendlichkeit

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Redmayne auf Oscar-Kurs

Die Entdeckung der Unendlichkeit Kritik

Die Entdeckung der Unendlichkeit Kritik
1 Kommentar - 27.10.2014 von Moviejones
Wir haben uns Die Entdeckung der Unendlichkeit für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Die Entdeckung der Unendlichkeit

Bewertung: 4 / 5

Die Entdeckung der Unendlichkeit erzählt die Lebensgeschichte des Wissenschaftlers Stephen Hawking (Eddie Redmayne), der während seine Studienzeit die junge Studentin Jane (Felicity Jones) kennen- und lieben lernt. Während Stephen bahnbrechende Ideen über die Entstehung des Universums aufstellt, wird das junge Glück schon bald von seiner schweren Krankheit überschattet, die ihn nach und nach seiner motorischen Fähigkeiten beraubt und an den Rollstuhl fesselt. Doch mit Jane an seiner Seite überwindet er nicht nur die wissenschaftlichen Hindernisse, sondern auch die ihm auferlegten menschlichen Probleme.

Stephen Hawking ist der zurzeit wohl berühmteste Wissenschaftler mit ungebrochen hoher Popularität. Mit seinem Werk "Eine kurze Geschichte der Zeit" wurde er weltberühmt und das, obwohl er seit jungen Jahren unter ALS leidet, an den Rollstuhl gefesselt ist und bereits seit Jahrzehnten, seiner Stimme beraubt, nur noch über einen Computer kommunizieren kann. Die Entdeckung der Unendlichkeit versucht, das Leben von Hawking in einen Film zu packen, ein Leben, welches geprägt ist von wissenschaftlichen Glanzleistungen und körperlichen Rückschlägen. Ein Leben, wie es wohl nur die wenigsten von uns leben könnten - ein Mensch, der auf seine Weise in vielfacher Hinsicht Geschichte schrieb.

Trailer zu Die Entdeckung der Unendlichkeit

Auch wenn Hawkings Leben immer eng verbunden war und ist mit der Wissenschaft, versucht Regisseur James Marsh, sich ihm anders anzunähern. Statt wissenschaftlich versucht Die Entdeckung der Unendlichkeit das Leben und Schaffen von Stephen Hawking aus der persönlichen und familiären Sicht zu beleuchten. Vor allem die Beziehung zu seiner Ehefrau Jane steht im Mittelpunkt und wie ihre Beziehung durch Hawkings Krankheit überschattet wird. Dabei versucht Marsh, basierend auf dem Buch "Die Liebe hat elf Dimensionen - Mein Leben mit Stephen Hawking", zu zeigen, wozu Menschen in der Lage sind, wenn sie zusammenhalten - aber dass uns auch als Menschen Grenzen auferlegt sind. Die wissenschaftliche Komponente spielt zwar in dieser Geschichte ebenfalls eine Rolle, Marsh verzichtet aber darauf, allzu sehr ins Detail zu gehen und den Großteil der Zuschauer mit Hawkings Theorien zu überfordern. Diese dürften für die wenigsten von uns aus mathematischer Sicht überhaupt greifbar sein, ganz anders aber die Beziehungsebene.

Vor allem die Darstellerwahl in Form von Felicity Jones und Eddie Redmayne kann nur als grandios bezeichnet werden und ist eine der ganz großen Stärken des Films. David Thewlis darf zwar als enger Freund und Professor Hawkings leuchten, aber Redmayne im Mittelpunkt gehört die Show. Wie er es schafft, Hawkings Wandel vom Studenten bis hin zum "kleinen Mann im Rollstuhl" zu porträtieren, ist ganz großes Kino, die Ähnlichkeit beängstigend und verblüffend. Wenn hier im kommenden Jahr keine Oscar-Nominierung, im Idealfall der Oscar selbst, fällig ist, dann läuft etwas gänzlich falsch. Unterstützt wird das Ganze von einem wunderschönen und klassischen Soundtrack, der einem mehr als einmal die Tränen in die Augen treibt.

Die Entdeckung der Unendlichkeit erzählt eine starke und wahre Geschichte und ist an manchen Stellen fast schon wieder zu gut um wahr zu sein. Das macht es dann auch schwer, diesen Film am Ende zu bewerten. Ein wenig zu glatt erzählt Marsh die Geschichte, die Krankheit ist Problem genug, abseits dessen scheut er aber den Weg der Konflikte. Als Zuschauer mag man fast nicht glauben, dass alles so glatt im Leben Hawkings abgelaufen ist, es da nicht mehr gab. Dies wird verstärkt, da sich Marsh einige kreative Freiheiten nimmt. Erleidet Hawking im echten Leben eine Lungenentzündung bei einer Forschungsreise ins CERN bei Genf, wird dies im Film verlegt und Hawking erleidet einen Anfall während eines Opernbesuchs in Frankreich. Gerade diese Änderungen machen es schwer, auch andere offensichtlich kritische Situationen einfach hinzunehmen, die der Film mit einer Leichtigkeit beschreibt. Auch ist es schade, dass diverse Wegbegleiter Hawkings, die ihm bereits während seiner Studienzeit halfen, außenvorgelassen werden. So sehr wir Hawking bewundern, man muss ihm nicht ein noch größeres Denkmal bauen, das hat dieser großartige Mann nicht nötig. Schon gar nicht, wenn darunter andere Wissenschaftler zu leiden haben, die ebenfalls ihren Teil dazu beigetragen haben, unser aller Wissen zu erweitern.

Trotz dieser Ungereimtheiten bleibt Die Entdeckung der Unendlichkeit ein fantastischer und bewegender Film über das Leben an sich und wozu Liebe fähig ist. Es ist ein Zeugnis über die Neugier des Menschen nach den großen Fragen, die uns umgeben. Er zeigt, wozu wir menschlich und geistig fähig sind, wenn wir uns nur anstrengen. Ganz klare Empfehlung.

Die Entdeckung der Unendlichkeit Bewertung
Bewertung des Films
810
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1 Kommentar
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TiiN : : Pirat
22.12.2014 23:25 Uhr | Editiert am 22.12.2014 - 23:29 Uhr
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Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 3.335 | Reviews: 75 | Hüte: 110
Eine sehr gelungene Kritik. Die gefällt mir von eurern Kritiken der letzten Monate mit Abstand am besten. Ihr ordnet den Film (vermutlich) genau richtig ein.
Ein überragender Hauptdarsteller mit toller Inszenierung seines Schicksals aber im Gesamtpakeat dann hier und da etwas Federn gelassen. Insgesamt aber noch ein guter Film.

Ich werd ihn mir im nächsten Jahr anschauen und bin mal gespannt drauf.
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