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Spider-Man - Homecoming

Heimspiel für Spidey? Spider-Man Homecoming

Spider-Man - Homecoming Kritik

0 Kommentar(e) - 16.07.2017 von ZSSnake
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von ZSSnake.
Filmkritik

Spider-Man - Homecoming Bewertung: 3.5/5

Wer mich kennt weiß es sicherlich bereits: Ich bin ein riesiger Spidey-Fan. Meine erste Reaktion auf Spidey im Civil War-Trailer war eine Kinnlade am Boden und anschließende Jubelschreie. Ich habe seinen Auftritt in dem Film geliebt und auch für Homecoming standen die Zeichen durchaus gut. Was daraus geworden ist? Heute in der OV konnte ich mir selbst ein Bild machen.

Trailer zu Spider-Man - Homecoming
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Inhalt:
Peter Parker hat es nicht leicht. Dabei könnte alles so toll sein. Er durfte an Tony Starks Seite den Avengers helfen, hat einen großartigen neuen Spinnenanzug bekommen und auch in der Schule ist er sehr gut. Doch die großen Hoffnungen ein echter Avenger zu werden scheinen zu platzen als sich Tony nach den Ereignissen in Berlin nicht mehr meldet und Peter mehr und mehr in den Alltag zurückfällt. Als er dann einer Verbrecherbande rund um einen Typen im Fluganzug auf die Schliche kommt wittert der 15-jährige seine Chance sich zu beweisen und ein eindrucksvolles Bewerbungsschreiben für die Avengers abzuliefern, indem er den bösen Buben und ihrem Anführer das Handwerk legt...

Kritik:
Spidey als Teil des MCU? In Kooperation zwischen Sony und Marvel? Was war meine Vorfreude groß, wie sehr habe ich die Heimkehr der "Friendly Neighborhood Spider" herbeigesehnt. Doch wie das so mit Hypes ist, war klar, dass der Film am Ende des Tages sicher nicht das geniale Meisterwerk werden würde, das man sich unbedingt gewünscht hat.

Das liegt sicherlich nicht daran, dass der Film nicht überwiegend marktkonform und kompetent gemacht wäre. Nein, auf der technischen Seite stimmt durchaus das meiste. Die Effekte sind durchgehend sehr gut, die Einbindung ins MCU mittels Tony (Robert Downey Jr.) und Happy (Jon Favreau) gelingt mühelos, ohne den Film auch nur eine Sekunde lang wie einen Iron Man 4 wirken zu lassen. Homecoming bleibt 100% eine Spider-Man-Show und das ist auch sehr gut so. Die Anknüpfung an die Ereignisse aus Civil War passiert behutsam, die Interaktion mit Tony ist vorhanden aber recht gut über den Film verteilt und so hat man nie das Gefühl, dass der Film mit Referenzen überladen sei. Tatsächlich fühlt er sich ähnlich an wie damals Iron Man 3, nur in diesem Fall für Spidey.

In Iron Man 3 ging es zu weiten Teilen darum wie Tony die Ereignisse aus dem ersten Avengers verarbeitet und hier ist es eben Spidey der mit der neuen Situation nach Civil War umzugehen lernen muss. Mit seinem tollen neuen Anzug, den Fähigkeiten, die er ohnehin erst seit kurzem hat, aber eben auch damit welche Konsequenzen diese Verantwortung für seinen Alltag mit sich bringt. Und hier punktet der Film auf ganzer Linie. Das Spidey-Feeling ist praktisch durchgehend vorhanden. Typische "Peter ist Spidey weshalb Peter darunter leiden muss nicht zwei Personen sein zu können"-Momente sind immer eine der Sachen gewesen, die mich diese Figur haben lieben lassen. Und zu sehen wie es Tom Hollands Peter regelrecht das Herz bricht seinem Highschool-Schwarm Liz (Laura Harrier) nahe sein zu wollen, dabei aber eben immer wieder an seinen Helden-Ambitionen zu scheitern; das ist echter Spidey wie ich ihn aus den Comics kenne.

Andersrum scheitert der Film fast auf ganzer Linie an seiner Interpretation der Tante May (Marisa Tomei). Nicht, dass Tomei eine schlechte Darstellerin wäre, keineswegs, sie ist nur eben nicht Tante May. Tante May ist keine Frau um die 50 in Klamotten einer Zwanzigjährigen sondern die fürsorgliche und besorgte Tante eines aufstrebenden Helden. Eine "tüddelige" Oma halt. Und diese neue, hippe Tante May ist einfach unpassend für Spidey. Es gibt keinen sinnvollen Grund sie so jung darzustellen, ja gar als "Milf" zu präsentieren, auf die jeder Mann scheinbar steht. Tante May ist kein Sexobjekt, sie ist eine Form der klaren Erdung der Figur Spider-Man, die über die Jahre immer wieder wirklich wichtig für den Charakter Peter Parker war. Und abgesehen von einem wirklich netten Moment zwischen May und Peter steuert sie leider außer unfreiwillige Komik nicht allzu viel zum Film bei.

Auf der Habenseite steht dafür ganz klar Michael Keaton, der in sichtlich süffisanter Weise genießt den Bösewicht zu verkörpern, ohne dabei Menschlichkeit vermissen zu lassen. Dass man seinen Charakter dabei etwas umgeschrieben hat (in den Comics wird er zum Verbrecher, um eine Behandlung seiner kranken Enkelin zu zahlen soweit ich mich erinnere, hier halt allgemein, um finanziell für seine Familie zu sorgen) stört weniger, modernisiert die Figur ausreichend und durch den metallenen Anzug wirkt er zugleich ungemein bedrohlich als Antagonist. Sicher, nicht alles ist perfekt an diesem Schurken, aber Keatons Präsenz rockt hier einfach so, dass man wenig zu meckern findet. Für mich vielleicht einer der besten Spidey-Filmschurken seit Doc Ock. Außerdem teilt er eine der besten Dialogszenen des Films mit Holland!

Bei der Action gibt es dafür nochmal was zu mosern. Nicht, dass sie durchgehend schlecht wäre, doch es gibt immer wieder Momente, wenn die Kamera scheinbar wahnsinnige Schwierigkeiten hat, den Kämpfen zu folgen. Das Ergebnis ist dann ein wüster Mix aus Halbtotalen und Nahaufnahmen, die teils so verwackelt daherkommen, dass es schier unmöglich ist ihnen den Inhalt der aktuellen Einstellung zu entnehmen. Ein Problem moderner "PG-Action" sicherlich, aber wenn man es mit den großartigen Kämpfen in Raimis Trilogie vergleicht - man denke nur an die superbe Schlacht zwischen Doc Ock und Spidey auf dem fahrenden Zug - oder auch den sehr gut eingefangenen Kämpfen zwischen Spidey und der Echse aus Amazing Spider-Man, dann ist Homecoming teilweise eine Enttäuschung in diesem Bereich. Grade wenn man bedenkt, dass ohnehin viel aus dem Computer stammt. Dynamik geht da leider anders. Was aber nicht bedeutet, dass grundlegend alles schlecht ist, es fehlt nur hier und da an einigen Ecken für das uneingeschränkte Prädikat "tolle Action".

Was bleibt ist die Musik und hier haben wir das übliche Problem moderner Marvelfilme: Der Score ist halt vorhanden. Nichts besonders Tolles, kein klasse Theme oder grandiose Ohrwürmer sondern Hintergrundbeschallung. Giacchino kann es so viel besser und das hat er auch mehrfach unter Beweis gestellt. Und auch der tolle Einsatz der Ramones kann daran nichts ändern, dass der Score an sich gewohnt nichtssagend und maximal Szenenkonform ist.

Fazit:
Klingt jetzt vielleicht alles schlimmer als es wirklich klingen sollte. Spider-Man Homecoming macht vor allem eines richtig: Er macht durchgehend Laune. Der Einstieg ist etwas langsamer, dann steigert sich die Schlagzahl zunehmend und der neue, junge Highschool-Spidey macht Spaß. Holland ist super in der Rolle, die Verknüpfung zum MCU passt und Keatons Vulture ist hervorragend. Ein überwiegend runder Film der vor allem an teils unübersichtlicher Action krankt, eine viel zu "hippe" Tante May präsentiert und musikalisch "typisch Marvel" nichts wirklich tolles bietet. Homecoming ist zugleich ein schöner erster Eintrag der Spinne ins MCU und einer der "nur" guten Spidey-Filme. An Raimis erste zwei kommt der Film sicherlich nicht ran und auch Amazing Spider-Man (zumindest der erste, der zweite aber in meinen Fanaugen auch) lassen Homecoming hinter sich. Trotzdem freue ich mich auf weitere Filme mit unserem neuen Spinnenmann und sehe in Homecoming durchaus einige sehr gute Schritte in eine spannende Zukunft.


7/10 Punkte bzw 3,5/5 Hüte ist mir Spidey wert


als Fan möchte ich gerne nen Punkt drauflegen und auf 8 erhöhen, aber alles in allem ist der Film denke ich mit den 7 fair bedient und kann darauf ja aufbauen bei der Rückkehr der Spinne.
P.S.: Sitzen bleiben ist natürlich wie gewohnt Pflicht ;-)



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Spider-Man - Homecoming Bewertung
Bewertung des Films
710
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