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Heidi

Wunderbare Neuverfilmung eines Klassikers

Heidi Kritik

0 Kommentar(e) - 06.01.2017 von MrBond
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von MrBond.
Filmkritik

Heidi Bewertung: 4/5

Zu Weihnachten 2016 habe ich nun Heidi mit einem Jahr Verspätung zusammen mit meinen Kindern angeschaut und war sehr angetan, von der Art und Weise, wie der Stoff verfilmt wurde (Bild und Musik), sowie die schauspielerische Leistung der Hauptdarsteller.

Trailer zu Heidi
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Zunächst war ich begeistert von der süßen Anuk Steffen, die die Titelgebende Hauptfigur mit einer Leichtigkeit spielt, wie man es eigentlich von "einem alten Hasen" erwarten würde. Sie und Quirin Agrippi (der den Ziegenpeter spielt) hatten nämlich ihren ersten Auftritt nach einem riesen Casting in der Schweiz. Auch der Schweizer Bruno Ganz machte seine Sache als Großvater sehr gut. Ein kleiner Wehmutstropfen gab es bei Ganz Performance dann doch: Da ich seine Stimme noch zu gut aus "Der Untergang" im Ohr hatte, kam ich nicht umhin, Hitler vor meinem geistigen Auge zu sehen, als er zu Beginn des Film etwas aufgeregter Tante Dete zum Teufel schickt. Das beschränkte sich aber nur zum Beginn des Films und war kurz darauf (zum Glück) schnell vergessen. Einzig Isabelle Ottmann schien mir in der Rolle der Klara Sesemann etwas überfordert zu sein. Wahrscheinlich war es aber die typische Deutsche Schauspiel-Stimme, die mir missfiel. Zumindest konnte mich ein Wutausbruch Klaras, zum Ende hin, nicht wirklich emotional überzeugen.

Besonders hervorzuheben ist meiner Meinung nach die Tatsache, dass man geschickt Hochdeutsch mit Schwiizerdüütsch kombinierte. Dies ließ den Film deutlich authentischer wirken. In diesem Zusammenhang war es dann natürlich schade, dass man dem Großvater den Namen Almöhi gab, statt richtig, wie im Buch beschrieben, den Namen Alpöhi (in der Schweiz gibt`s keine Alm - nur die Alp).

Filmtechnisch war der Film durchweg überzeugend. Die Alpen und ihre Natur wurden wunderschön, idyllisch in Szene gesetzt und das alte Frankfurt konnte tricktechnisch überzeugen. Man hatte durchweg das Gefühl einen hoch budgetierten Film zu sehen, der mit Kosten von 8,5 Mio. Schweizer Franken im internationalen Vergleich tatsächlich unglaublich günstig erscheint.

Die Musik erinnerte mich phasenweise an den Soundtrack der letzten Adaption des Fliegenden Klassenzimmers von 2005. Nach kurzer Sichtung des Komponisten Niki Reiser war der Grund auch schnell gefunden. Die harmonische Ähnlichkeit mit genannten Film war nicht wegzudiskutieren. Trotzdem ist es ein wunderbarer Soundtrack, der die Bilder perfekt umrahmen konnte.

Zur Handlung gibt es nicht viel zu sagen. Jeder kennt wohl die Geschichte, des Alpenmädels, das das Herz des mürrischen Einsiedler-Großvaters, der von den Dorfbewohnern argwöhnisch als Verrückter alter Griesgram angesehen ist, erwärmt. Dann der harte Schnitt, in dem Heidi in die große Stadt geholt wird, wo ihr "Zivilisation" eingebläut wird, nur um später festzustellen, dass die Welt und die Natur in den Bergen als wahre Freiheit anzustreben ist, in der sogar kranke Menschen gesunden.

Alles in allem hätte ich mir mehr Szenen in den Bergen gewünscht. Die Abhandlung zu Beginn des Films läuft zu schnell. Die Szenen in Frankfurt hätte dagegen gerafft werden können. Auch meinen Kindern war der mittlere Akt des Films zu lang(weilig). Nichtsdestotrotz ein sehr sehenswerter Film für jung und alt, der hier und da immer ein wenig an die gute alte Japanische Anime Serie von 1974 erinnert.



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Heidi Bewertung
Bewertung des Films
810
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