KritikFilmdetailsTrailer (1)Bilder (5)News (6)
Film »News (6)Trailer (1)
Zurück in die Zukunft

That´s the Power of Love - Zurück in die Zukunft

Zurück in die Zukunft Kritik

4 Kommentar(e) - 02.11.2016 von ZSSnake
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von ZSSnake.

Zurück in die Zukunft Bewertung: 5/5

Die goldene Nummer 100. Ja, kaum zu glauben, nach 7 Jahren auf Moviejones habe ich es nun endlich geschafft auf meine 100. Review zu kommen. Und dafür sollte nicht irgendein Film herhalten, sondern einer der größten Klassiker der Filmgeschichte, einer dieser Filme, die man praktisch unmöglich hassen kann. Eine Sternstunde des Unterhaltungskinos und einer meiner absoluten All-Time-Favorites: Zurück in die Zukunft!

Trailer zu Zurück in die Zukunft
Der Videoplayer(9877) wird gestartet

Inhalt:
Marty McFly ist ein ziemlich normaler Teenager in den 1980er Jahren. Ein durchschnittlicher Schüler, Hobbygitarrist, Skateboarder - eigentlich niemand besonderes. Und doch pflegt er eine ungewöhnliche Freundschaft zum Wissenschaftler Dr. Emmett L. Brown, der ihm eines Nachts eine Zeitmaschine präsentiert, die er in einen DeLorean eingebaut hat. Durch eine Verkettung ungünstiger Umstände landet Marty im Jahr 1955, wo er nicht nur seinen Eltern begegnet, sondern sich auch den Tücken der 50er Jahre stellen muss, um irgendwie mit Hilfe des 1950er Doc Brown ins Jahr 1985 zurückzukehren.

Kritik:
Alles beginnt mit einem Ticken aus dem schnell mehrere werden. Duzende und aberduzende von Uhren an den Wänden eines außergewöhnlichen Raums führen uns in den Film ein. Sonderbare Apparaturen, ungewöhnliche Erfindungen und eine allgegenwärtige Repräsentation von Zeit führen auf die wohl unkonventionellste Weise, die man sich vorstellen kann, eine der unkonventionellsten Figuren der Kinogeschichte ein. Doc Brown, unvergleichlich verkörpert von Christopher Lloyd, ist in den ersten Minuten des Films nicht zu sehen und doch lernen wir ihn durch den Aufbau der Eröffnungsszene kennen, wir sehen seine skurrilen Ideen umgesetzt in seinem unaufgeräumten und mit wirren Geräten vollgestopften Labor. Dass er der klassische Typ "verrückter Erfinder" ist, wissen wir lange bevor er zum ersten Mal auf der Leinwand erscheint. Und wenn er dann ins Bild tritt, dann nicht nur mit einem sagenhaft coolen Auftritt, sondern auch mit der Zerstreutheit eines wahrhaftigen Genies. Lloyds väterlich-freundschaftliche Aura gepaart mit der Skurrilität seiner Figur lassen ihn augenblicklich sympathisch werden.


Trotzdem: Die ersten Minuten des Films gehören unserer Hauptfigur Marty McFly. Einer Figur, die heute fast jedem ein Begriff ist und die so untrennbar mit Michael J. Fox verbunden ist wie Rocky mit Stallone oder Luke Skywalker mit Mark Hamill. Marty McFly ist vielleicht nicht der erste Gedanke, den man im Kopf hat, wenn man an Zurück in die Zukunft denkt - diese Ehre fällt wohl dem DeLorean mit seinem futuristischen Design und den Klapptüren zu - aber er ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einer der ersten drei Gedanken, die einem zur Reihe in den Kopf schießen. Als sympathischer Durchschnittstyp mit wenig begeisternder Familie - der Vater ist ein Verlierer, die Mutter trinkt zu viel - ist er ein Protagonist mit dem man sich einfach perfekt identifizieren kann. Bei ihm läuft nicht alles wie er es sich wünscht, er ist kein Held wie man ihn aus vielen Filmen der 80er kennt, er ist "jedermann". Er ist du und er ist ich und er ist genau die Art sympathischer Kerl mit dem man ein solches Abenteuer erleben möchte. Von Fox´ Darstellung geht so viel aus und sie ist essenzieller Bestandteil der Liebenswürdigkeit dieses zeitlosen (Pun intended wink ) Klassikers.


Aber hier kommt so viel mehr zusammen als eine Riege talentierter Darsteller unter der Regie eines hervorragenden Regisseurs. Zurück in die Zukunft hat diese spezielle Form von Charme, der man sich schwer entziehen kann und so unglaublich viel Herz, das er zu jedem Zeitpunkt ausstrahlt, dass man einfach nicht anders kann, als sich packen zu lassen. Die Liebe zum Detail, die in jeder einzelnen Einstellung steckt - von der ikonischen Eröffnungsszene ausgehend bis hin zum grandios-atemlosen Finale in letzter Sekunde - alles ist schlicht perfekt. Die 50er Jahre werden musikalisch und visuell so genial und essenziell wiederbelebt, dass man, sobald man Marty das erste Mal ins Hill Valley der 50er folgt, sofort in dieser Zeit versinkt. Und wo die 80er noch von Huey Lewis grandiosem "Power of Love" repräsentiert werden begegnet uns in den 50ern zunächst "Mister Sandman" von den Four Aces als ultimatives Statement der Zeit bis wir am Ende das unvergessliche "Earth Angel" von Marvin Berry und den Starlighters präsentiert bekommen. Und Johnny B. Goode - performt von Michael J. Fox persönlich - sollte natürlich auch nicht vergessen werden, es sorgt schließlich für eine der besten Szenen in diesem an Highlights sicherlich ganz und garnicht armen Film.


Diese Art Pointiertheit in seiner Darstellung besonderer Momente ist ebenfalls fester Bestandteil des Zaubers der Filme. Jede Szene ist einzigartig und doch wiederholen sich Elemente immer wieder. Die Verfolgungsjagd durch Hill Valley, die Begegnungen und Auseinandersetzungen mit Biff, fast jede ikonische Szene bekommt ihr Deja Vu. Zeit ist ein omnipräsentes, aber eben nie im Vordergrund stehendes Element des Films - Die Zeit in der wir uns grade befinden, die vergangene Zeit, die Zeit die verbleibt - wenn man darauf achtet fällt sie immer wieder auf, aber sie stört als Bestandteil nie die Erfahrung.


Robert Zemeckis setzt sein Drehbuch, welches er gemeinsam mit Bob Gale verfasste, so perfekt um, wie man es sich nur wünschen kann. Überhaupt ist das Drehbuch phänomenal - die Dialoge sind so einprägam, so prägnant und gehen so unter die Haut. "Great Scott" (im deutschen irgendwie unglücklich, aber dann doch einprägsam mit "Großer Gott" übersetzt), "Rettet die Rathausuhr!", "Hallo, jemand Zuhause McFly?!", "Ich bin Darth Vader vom Planeten Vulcan!" - die Liste ließe sich beliebig fortsetzen und jeder der den Film kennt, wird etliche Zitate nicht nur selbst kennen, sondern sie eben auch jederzeit wiedererkennen. Dabei bleibt der Plot bei all den Ideen um Zeitreisen und deren Einfluss auf die Zukunft trotzdem simpel genug, dass auch ein Kind ihm mühelos folgen kann. Die Prämisse ist simpel: Marty muss mit Docs (dem 30 Jahre jüngeren aus den 50ern) Hilfe Zurück in die Zukunft und vorher dafür sorgen, dass seine Eltern zusammenkommen. Geschieht das nicht, wird Marty aus der Geschichte gelöscht, weil er nie entstehen konnte.


So entsteht trotz der wirklich nicht komplizierten Story ein Gefühl von Komplexität und eine spürbare Dringlichkeit für Martys Erfolg. Dabei vergisst der Film jedoch nie seinen Comedy-Aspekt. Zurück in die Zukunft wird nie lächerlich oder peinlich, aber eben doch oft wirklich lustig. Viele Szenen haben einen unterschwelligen Humor, der mitunter allein durch ihre Absurdität entsteht. Wenn Marty in den 50ern zum ersten Mal seinem Vater begegnet und man direkt sieht, dass es Vater und Sohn sind, obwohl sich beide eigentlich überhaupt nicht ähnlich sind, dann ist das nicht nur clever geschrieben, es ist durch seine Umsetzung auch ziemlich witzig. Der Film lässt einen jedoch nicht nur Lachen, er ist auch spannend, herzerwärmend und immer wieder unglaublich cool - und damit meine ich nicht diese moderne, zum Fremdschämen animierende Art von "cool" bei der man mit seinem aufgemotzten V8 an knapp bekleideten Mädels vorbeituckert - es ist eine Art von cool, die einen die Faust triumphierend in die Luft recken lässt und mit einem breiten Grinsen im Gesicht zu sich selbst sagt "Das war so cool!".


Das Erlebnis, das einem Zurück in die Zukunft beschert wäre natürlich nicht komplett ohne Alan Silvestris unfassbaren Score. Auf einem Level mit Williams Star Wars, Nino Rotas Pate-Score oder Bill Contis Rocky Theme ist Silvestris Score zum Film (und seinen beiden Nachfolgern) zu einem DER großen Evergreens der Filmgeschichte geworden. Jeder, der die Filme kennt und auch etliche Filmfreunde, die die Filme noch nicht gesehen haben - wobei die Bezeichnung "Filmfreund" sehr wohlwollend gewählt ist für jemanden, der die Filme nicht kennt - werden zumindest ihre Musik auf der Stelle erkennen. Triumphal, treibend, zum Mitfiebern animierend, heroisch, wunderschön und unfassbar ikonisch tönt der Score aus den Boxen, während sich Marty durch sein Abenteuer schlägt. Dabei ist das eigentliche Hauptthema zwar immer wieder präsent, drängt sich jedoch nie in der Vordergrund und ist ohnehin so ein Ohrwurm, dass man seiner nie überdrüssig wird.


Der vielleicht größte Triumph von Zurück in die Zukunft ist jedoch wohl, dass man ihn als perfekten Familienfilm sehen kann. Es ist ein Erlebnis für die gesamte Familie, ein Blockbuster mit viel Herz, Cleverness und einer Geschichte, die so zeitlos gut und zugleich spannend erzählt ist, dass sie einen - einmal gesehen - nie wieder loslässt. Es ist ein Film zum Zurückkehren, ein Film der in sich funktioniert wie eine Zeitreise, weil man an die Orte und Momente zurückkehren möchte, zu denen einen dieses Meisterwerk entführt hat. Und jedes Mal entdeckt man neue Kleinigkeiten, Blickwinkel und Details, die einem vielleicht zuvor nicht aufgefallen sind. Dabei packt einen die Story jedes Mal aufs Neue, der Film fühlt sich jedes Mal frisch an, ist wie ein alter Freund, den man manchmal Jahre nicht sieht, aber mit dem sich jedes Treffen dann doch so vertraut anfühlt. Und während alledem grinst man, fiebert man, kämpft man und fühlt man mit, egal wie oft man die Reise bereits mitgemacht hat.

Fazit:
Zurück in die Zukunft ist einer dieser seltenen Filme, die absolut zeitlos sind. Die Zeitreise-Thematik wird auf simple Weise so verpackt, dass sie quasi ohne visuelle Effekte auskommt und in allererster Linie auf der persönlichen Ebene funktioniert. Michael J. Fox, Christopher Lloyd, Crispin Glover als Martys Vater George, Lea Thompson als Mutter Lorraine und auch das grandiose Ekelpaket Thomas F. Wilson als Biff Tannen - vielleicht einer der besten Leinwandbösewichte aller Zeiten - sie alle machen ihre Jobs perfekt und schaffen es einen als Figuren so anzusprechen, dass sie völlig real wirken. Man erlebt alles gemeinsam mit Marty, fühlt mit George und Lorraine, entwickelt eine Antipathie gegen Biff und seine Gang, teilt eine väterliche Freundschaft mit Doc Brown und feiert am Ende zu Silvestris triumphalen Klängen mit seinen Helden, dass irgendwie doch alles geklappt hat.


Als Ausnahmeerlebnis ist Zurück in die Zukunft eines dieser seltenen Meisterwerke, bei denen es unmöglich ist von ihrer Magie nicht berührt zu werden und hat man sie einmal gekostet, kehrt man immer wieder zurück. Denn Hill Valley, das ist wie Zuhause und Zurück in die Zukunft ist ein unvergessliches Abenteuer mit dem coolen besten Freund Marty McFly, das man einfach immer wieder und wieder erleben möchte.

10/10 Punkte bzw 5/5 Hüte für einen meiner absoluten Lieblingsfilme

und selbstverständlich die nachdrückliche Empfehlung für jeden, sich diesen Film anzusehen, sei es zum ersten Mal, zum 10. Mal oder eventuell hat man wie ich auch bereits lange aufgehört zu zählen wie oft man diesen unvergesslichen Trip bereits angetreten ist - es lohnt sich immer wieder. Auch heute, auch gerade jetzt - denn diese Zeitreise wird niemals langweilig!

Zurück in die Zukunft Bewertung
Bewertung des Films
1010
4 Kommentar(e) / Jetzt kommentieren

Weitere spannende Film-Kritiken

KritikKritik
Kritik vom 02.12.2016 von Duck-Anch-Amun
Wenn man bereits beim Beginn eines Filmes Gänsehaut hat, diese sich auch während der Handlung weiterdurchzieht und man am Ende das traurige Gefühl hat, etwas hinter sich zu lassen und man trotzdem voller Vorfreude das nächste Kapitel erwartet, dann hat ein Film vieles richtiges gemacht. Schon mit dem Logo und der Musik (die dann überragend in ein neues Thema weitergeleitet wurde) war die Rückkehr ins Harry Potter-Uni ... die komplette Film-Kritik lesen

KritikKritik
Kritik vom 25.11.2016 von MovieHunter87
Kritik zu Doctor Strange Superheldenfilm USA 2016 FSK: 12 Laufzeit: 115 Minuten Regisseur und mitwirkender Drehbuchautor: Scott Derrickson (Sinister, Erlöse uns von dem Bösen) Kamera: Ben Davis (Kick Ass, Guardians of the Galaxy) Filmmusik: Michael Giacchino (Jurassic World, Star Trek Beyond, Lost Serie) Nachdem ich nahezu alle Trailer und Teaser zum Film gesehen habe, dachte ich das Doctor Strange sich nicht nur visuell von den ... die komplette Film-Kritik lesen

Und noch mehr Kritiken

Horizont erweitern

MCU bis DCEU und viele mehr: Existente und geplante Shared UniversesUnaussprechlich: Wie werden Darsteller richtig ausgesprochen - Teil 2	Echte Klopper: Die besten Sprüche von Terence Hill & Bud Spencer

Was denkst du?


Login mit Facebook



Mit meinem Login stimme ich den Anmelderegeln zu.

4 Kommentare - Moviejones distanziert sich von Userbeiträgen.
ZSSnake
Expendable
Geschlecht | 03.11.2016 | 00:30 Uhr03.11.2016 | Kontakt
Jonesi

@ Sully:

Danke :-) MarieTrin hat sie auch gelesen und ihr fehlten die Worte wink

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
Sully
Human Alias
Geschlecht | 02.11.2016 | 23:54 Uhr02.11.2016 | Kontakt
Jonesi

Der Kritik ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Den Hut findest Du beim Link zur Kritik ;)

Es kommt im Leben nicht darauf an wie viel Du austeilst, sondern darauf wie viel Du einstecken kannst und trotzdem weiter machst!

ZSSnake
Expendable
Geschlecht | 02.11.2016 | 15:57 Uhr02.11.2016 | Kontakt
Jonesi

@ TheBourne:

Danke für die Blumen. Ich finde zwar generell, dass man den Film kaum mit irgendwas vergleichen kann, aber Kevin allein Zuhaus hat sicherlich auch viel von diesem "schwer nicht zu mögen"-Charme. Ähnlich auch z.B. Jurassic Park, wo der erste ebenfalls so einen ganz eigenen Charme hat, dem man sich ausgesprochen schwer entziehen kann smile

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
TheBourne
Moviejones-Fan
Geschlecht | 02.11.2016 | 15:37 Uhr02.11.2016 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 02.11.2016 16:01 Uhr editiert.

Tolle Review war sehr angenehm beim lesen. Den Film kann man tatsächlich unmöglich nicht mögen. ;) Mehr gibt es eigentlich dazu nicht zu sagen.

Einer meiner absoluten Kindheitsfilme, auch wie ich finde vergleichbar mit "Kevin allein zu Haus".