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Der König der Löwen

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Hakuna Matata 2019

Der König der Löwen Kritik

Der König der Löwen Kritik
54 Kommentare - 13.07.2019 von Moviejones
Wir haben uns "Der König der Löwen" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Der König der Löwen

Bewertung: 4 / 5

Auch als CGI-Animationsfilm versprüht Der König der Löwen noch immer eine gewisse Magie, denn die zeitlose Geschichte ist robust genug und funktioniert auch als Neuauflage. Die Trickeffekte sind fantastisch und die Musik so schön wie eh und je. Es ist Geschmackssache, ob man handgezeichnet oder computeranimiert vorzieht, aber losgelöst von der Darstellung bleibt der Der König der Löwen 2019 letztlich nur eine Kopie eines überlegenen Originalfilms, die in allen Bereichen zwar auf hohem Niveau, aber dennoch konsequent den Kürzeren zieht. Ein Film, der visuell beeindruckt, die Welt in keiner Weise schlechter macht, den nur niemand gebraucht hätte.

Der König der Löwen-Kritik

Eine neue Zeit bricht im geweihten Land an, als der zukünftige Löwenkönig Simba zur Welt kommt. Voller Stolz zieht König Mufasa seinen Sohn groß und lehrt ihn all die Tugenden, die eines Tages aus Simba einen würdigen Nachfolger machen sollen. Doch wie alle Jugendlichen steckt auch Simba voller Tatendrang und bringt sich und seine beste Freundin Nala gerne in Schwierigkeiten. Als dann Mufasas Bruder Scar auf den Plan tritt und selbst nach dem Thron strebt, kommt es zu einem folgenschweren Ereignis, welches Simbas Leben für immer verändern wird...

Trailer zu Der König der Löwen

Die Ära 1989 bis 1999 wird heute als Renaissance von Walt Disney bezeichnet, in der das Studio mit fantastischen Trickfilmen der Welt den Atem raubte. Was mit Arielle, die Meerjungfrau begann, steigerte sich jährlich und für viele stellt das 1994 veröffentlichte Der König der Löwen den Höhepunkt dieser Ära da. Nachdem sich Disney zuvor vor allem an bekannten Märchen versuchte, positionierte man die Geschichte von Simba als originale Idee, direkt der Magie von Disney entsprungen.

Die Wahrheit sah natürlich schon damals etwas anders aus, denn selten zuvor hatte sich Disney so schonungslos an der Kreativität anderer gütlich getan. Die Story von Simba war ein freches Plagiat von Osamu Tezukas Kimba (Kimba, der weiße Löwe) - manch bissige Zunge behauptete gar, der Titel "The Lying King" wäre treffender gewesen. Doch diese Umstände änderten nichts daran, dass Disney mit seiner Geschichte ein visuell und musikalisch beeindruckendes Werk geschaffen hatte, welches die Zuschauer in seinen Bann zog und die Geschichte wollte es so, dass jener Film zum erfolgreichsten Trickfilm jener Epoche avancieren sollte.

25 Jahre sind seitdem vergangen und Der König der Löwen hat nichts von seiner Faszination verloren und nachdem Disney seit Jahren alle seine Trickfilme einer Generalüberholung als Animationsfilm oder Realfilm unterzieht, ist nun diese Geschichte dran. Dabei kann man es ziemlich kurz machen, denn kennt man den Trickfilm, kennt man die Neuauflage. Zwar wird die Handlung um knapp 30 Minuten gestreckt, um auf eine zeitgemäße Laufzeit zu kommen, die Dramaturgie und Ablauf bleiben aber identisch, denn Neues wird nicht geboten.

Visuell ist Der König der Löwen im Jahr 2019 dabei über fast jeden Zweifel erhaben, denn die gestochen scharfen Bilder über die Flora und Fauna in Afrika sind erstaunlich. Zwar wirken in einigen Szenen die Animationen der Tiere etwas plump, wenn die Kamera nicht direkt auf diese fokussiert ist, aber in der Mehrzahl der Fälle ist das, was gezeigt wird, umwerfend. Zwar versucht man nicht, das technisch Machbare zu verschieben, aber der Status Quo wird wunderbar präsentiert und besonders die Darstellung von Fell und Haaren ist grandios. Die Geschichte fesselt dabei wie eh und je, mit ihren lustigen wie auch sehr traurigen Momenten. Einmal mehr muss in diesem Zusammenhang die Freigabe durch die FSK ab sechs Jahren kritisch gesehen werden, denn bereits das Original beinhaltete für Disney untypisch düstere Elemente. Durch den deutlich gestiegenen Realitätsgrad könnte die Darstellung für viele Kinder noch weitaus verstörender sein. Eltern mit kleinen Kindern würden wir davon abraten, diesen Film ohne vorherige Sichtung zu besuchen.

Sehen wir vom Aspekt "Alter Wein in neuen Schläuchen" einmal ab, stellt sich wie bei allen Disney-Neuauflagen natürlich auch die Frage nach dem Warum. An wen richtet sich der Film? Und ist er besser oder schlechter? Die erste Frage lässt sich ganz leicht mit finanziellen Gründen erklären, leichter als hier dürfte Disney wohl lange keine Milliarde mehr eingenommen haben. Dies hängt mit Frage 2 zusammen, denn hier wird der Nostalgieeffekt ausgespielt, der vor allem Fans des Originalfilms erreicht, die aus Neugier einen Kinobesuch wagen. Gleichzeitig richtet man sich aber an ein deutlich jüngeres Publikum, welches keinen Zugang mehr zu handgezeichneten Trickfilmen hat, entweder weil sie es ablehnen, nicht kennen und heutzutage kaum Möglichkeiten haben, solche Filme zu erleben. Die Frage nach der Qualität ist etwas schwieriger zu beantworten.

Denn ungeachtet der optischen Präsentation, bleibt die zugrundeliegende Geschichte weiterhin robust und zeitgemäß. Da wir es ebenfalls mit einem nahezu 1:1-Remake zu tun haben, stimmt auch die Qualität. Man kann Der König der Löwen nicht schlecht finden, nur weil es eine Kopie ist: Aber hier findet sich auch die Begründung, warum die Neuauflage schlechter als das Original ist. Ungeachtet eines möglicherweise historisch verklärten Blickwinkels gibt es einige Probleme, die 1994 einfach nicht existierten. Dem Original merkte man das Streben nach neuen Höhen an, musikalisch, visuell und ein wenig anders, als das, was man sonst von Disney kannte. Der König der Löwen hat auch in seiner neuen Inkarnation bewegende Szenen, mitreißende Momente und emotionale Achterbahnfahrten, aber all das haben wir nicht nur schon alles gesehen, es ist auch der Arbeit anderer kreativer Köpfe entsprungen.

Nirgendwo merkt man Der König der Löwen an, dass er versucht, das Original in irgendeiner Art und Weise zu übertreffen. Schonungslos werden die gleichen Szenen nur in neuem Gewand identisch abgespult, dieselbe Dramaturgie verwendet und auch wenn sich diese Version nicht langatmig anfühlt, die zugefügten 30 Minuten bieten keinen echten Mehrwert. Hinzu kommt die Musik, vor allem die Lieder, die zwar auch in den neuen Abmischungen gelungen sind, aber etwas fader klingen. Was vor allem dem verwendeten Stil geschuldet ist, denn durch die realistische Darstellung wirken singende Tiere oft befremdlich, die Darstellung der Emotionen ist generell weitaus eingeschränkter als es bei dem Trickfilm der Fall war. Der Tiefpunkt ist tatsächlich mit Beyoncés "Spirit" als einziges neues Lied erreicht, welches vom Stil her wie ein Fremdkörper wirkt.

Doch auch die alten Klassiker haben ein paar Probleme. Wenn die Protagonisten mitreißende Lieder intonieren, die zeitlose Ohrwürmer sind, der Ausdruck der Sänger aber gelangweilt wirkt, will der Funke nicht wie einst überspringen. Bestes Beispiel hierfür sind nicht nur Timon und Pumbaa, sondern auch Scar. Letzterer war im Trickfilm generell markanter, hinterhältiger und kurz gesagt, überzeugender. Natürlich wurden die Figuren 1994 viel stärker vermenschlicht, aber sie lebten von ihrer Mimik und Gestik, all dies ist durch den neuen Realitätsgrad nicht mehr machbar, wodurch Der König der Löwen etwas an Qualität einbüßt. Auch die Farbgebung und Kontraste wirken monotoner, die Farbenpracht von einst ist hier nicht mehr in dem vollen Umfang zu finden.

So bleibt festzuhalten, dass die technischen Errungenschaften, die Der König der Löwen verdeutlicht, wirklich eine respektable Leistung sind und die Geschichte noch heute funktioniert. Aber wie so oft bei Kopien bleibt ein fader Beigeschmack. Man kann ein Werk von Da Vinci abfotografieren und nachbearbeiten, die Ausdrucksstärke und Bedeutung des Originals wird in diesem Prozess aber immer auf der Strecke bleiben, egal wie viele Filter man darüber legt. So ist es auch mit Der König der Löwen, der für sich ein überdurchschnittlich guter Film geworden ist, dessen Daseinsberechtigung aber durchaus angezweifelt werden kann.

Der König der Löwen Bewertung
Bewertung des Films
810
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54 Kommentare
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TiiN : : Goldkerlchen 2019
09.08.2019 21:52 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 4.881 | Reviews: 117 | Hüte: 214

ich habe mir in dieser Woche auch The Lion Kong im Kino angeschaut - anschließend habe ich mir den Klassiker von 1994 erneut angesehen.

Dieser Film von 2019 ist grundsätzlich ein sehr gut gemachter Film. Jedoch ist das ganze Unterfangen ziemlich frech und ein bisschen mit dem Kopf gegen die Wand. Remakes sind grundsätzlich nichts neues, sicher aber einen Kultfilm zu nehmen, welcher ausschließlich gelobt wurde und es immer noch wird . Handlung, Dialoge und sogar die Musik fast komplett zu übernehmen und das einzige Einstellungsmerkmal ist eine wirklich perfekte visuelle Umsetzung.
Meiner Meinung nach ist das ziemlich frech und ich hoffe nicht, dass dieses Vorgehen Schule macht.
Trotzdem ist dieses Remake gut und unterhaltsam geworden. Wie schon gesagt ist der Film visuell unglaublich beeindruckend und er erzählt eine wunderbare bekannte Geschichte.

Trotzdem kommt dieser Film in keiner Stelle an die Faszination, die Atmosphäre und die Klasse des Werkes von 1994 heran.

Besser hätte ich es gefunden, wenn man mit der unglaublich guten Technik die Geschichte von damals weitererzählt und die Direkt to Video Fortsetzung ignoriert hätte.

Wie dem auch sei: 7 von 10

MJ-Pat
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FlyingKerbecs : : One Punch Man
21.07.2019 16:53 Uhr
0
Dabei seit: 24.11.15 | Posts: 2.379 | Reviews: 19 | Hüte: 104

So, nun nachdem ich den Film geschaut habe habe ich MJs Kritik gelesen.

Und ich muss sagen, ich glaube nicht, dass wir uns jemals so einig waren. smile

Im Kommentarbereich hier geht ja wieder einiges ab, da werd ich jetz mal grob drüberschauen.^^

Wenn du das liest...dann bist du am Ende des Kommentars angelangt.

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Wizard-Ruud : : Dschinni
17.07.2019 13:40 Uhr
0
Dabei seit: 15.06.15 | Posts: 215 | Reviews: 0 | Hüte: 4

Könnt ihr mal bitte zum Thema König der Löwen kommen?
Ich werde den Film anschauen, da ich einfach gespannt bin wie die Effekte sind. Geschichte ist schon mal top und wenn man den Zeichntrickfilm net so gut kennt... Dann wird der Film bestimmt begeistern.

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
16.07.2019 11:46 Uhr | Editiert am 16.07.2019 - 12:48 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 1.658 | Reviews: 37 | Hüte: 166

@ Silencio

"Wie du 17 Millionen Zuschauer von einem auf das andere Jahr und 78 Millionen in 18 Jahren als „leicht rückläufig“ qualifizieren kannst, bleibt mir ein Rätsel."

Liest du meine Kommentare eigentlich nicht richtig? Der Höchststand 2001 ist wohl kaum ein angemessener Vergleich zu heute. Eher ist es so, dass diese Zeit ein außergewöhnlicher Ausreißer nach oben war. So läuft die Wirtschaft nunmal nicht, dass, wenn man mal ein außergewöhnlich gutes Jahr hat, man davon ausgehen muss, dass es nun immer so bleibt. Klar sinken die Zahlen, aber daran ist nicht die Filmlandschaft schuld, sondern zum einen das Internet und das Streaming-Angebot (was ich auch bereits erwähnt habe) und zum Anderen, dass die Deutschen im Speziellen besonders geizig und wählerisch geworden sind. Immer höre ich die Leute mausern "Ähhh, Kino ist so teuer". Sorry, das ist Blödsinn. Die Leute kaufen sich auch Tickets für Fußballspiele, die 100 Euro kosten oder Tickets für Konzerte, die zwischen 50 und 100 Euro kosten. Ein Ticket für 10 bis 16 Euro ist doch nicht zu teuer für einen schönen Abend. Wer Kino liebt, so wie ich, der ist auch hin und wieder bereit dafür, das Geld auszugeben. Alle, die das nicht tun, sind auch keine echten Filmfreunde. Okay, das stimmt so nicht so ganz, diese Diskussion hatten wir hier ja schonmal. Einige haben natürlich auch weite Anfahrtswege und / oder hohe Parkgebühren. Nichtsdestotrotz gibt es auch eine Menge Leute, die zu Fuß hingehen könnten, aber dennoch zu geizig dafür sind und lieber zum "billigen" Streaming greifen.

Streaming ist hierzulande erfolgreicher als in anderen Ländern. Und genau diese Streaming-Kunden gehen kaum mehr ins Kino. In den USA z. B. läuft das Kino noch wunderbar.

Wenn die Leute sich hierzulande zudem kaum für die aktuellen Blockbuster interessieren, ist das schade, aber nicht zu ändern. Hollywood wird sicher nicht wegen uns das Angebot ändern. Ich könnte mir vorstellen, wenn es mal wieder Fantasy-Blockbuster im Kino geben wird, wie z. B. Herr der Ringe oder Fluch der Karibik oder Harry Potter, dass dann auch die Zahlen hierzulande wieder steigen. Die deutschen lieben halt dieses Genre, und da gibt es leider im Moment wenig, aber auch das wird sich wieder ändern, davon bin ich überzeugt. Allerdings werden 170 Mio Zuschauer wohl niemals mehr erreicht, außer man schaltet das Internet und Streaming ab und verringert die Kinopreise für die geizigen Deutschen.

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Silencio : : Moviejones-Fan
16.07.2019 11:06 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.681 | Reviews: 47 | Hüte: 171

Raven:

“Wie auch immer, dem Kino geht es gut, sonst würde keiner mehr ein Kino betreiben und diese regelmäßig renovieren und technisch aufrüsten.“

Kinos machen der Reihe nach zu, Kinosterben wird in der Branche schon ein paar Jahre diskutiert. Aufrüstung können sich nur die Ketten leisten. Der Rest deines Beitrages wird durch deinen eigenen Link widerlegt. Wie du 17 Millionen Zuschauer von einem auf das andere Jahr und 78 Millionen in 18 Jahren als „leicht rückläufig“ qualifizieren kannst, bleibt mir ein Rätsel.

"I know writers who use subtext... and they are all cowards."

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
16.07.2019 10:52 Uhr | Editiert am 16.07.2019 - 10:53 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 1.658 | Reviews: 37 | Hüte: 166

@ Kayin / Silencio

An dieser Stelle unterbreche ich diese Diskussion, weil wir uns in Kreis drehen und sie letztlich sowieso zu nichts führt. Vielleicht habe ich einen Denkfehler, vielleicht aber auch ihr. Wie auch immer, dem Kino geht es gut, sonst würde keiner mehr ein Kino betreiben und diese regelmäßig renovieren und technisch aufrüsten. Die Einnahmen steigen, egal aus welchen Gründen, was grundsätzlich kein schlechtes Zeichen ist. Die Besucherzahlen hierzulande sind leicht rückläufig, aber das kann sich in zehn Jahren auch wieder total ändern, wer weiß.

Was die Filmlandschaft betrifft, so bleibe ich dabei: Sie hat sich verändert, ja, aber nicht zum schlechteren, denn es gibt immer noch genügend Arthouse-Filme und Filmperlen sowie Original-Filme. Ich kann über die Abwechslung im Kino nicht klagen. Aber so gehen die Meinungen halt auseinander.

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Silencio : : Moviejones-Fan
16.07.2019 10:12 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.681 | Reviews: 47 | Hüte: 171

Raven:

Das sind die gleichen Zahlen, wie in meinem Link. Und der Text spricht auch davon, dass die Zahlen rückläufig sind. Diese Meldung legt nicht dar, was du meinst, befürchte ich.

"I know writers who use subtext... and they are all cowards."

MJ-Pat
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Kayin : : Hollywoodstar
16.07.2019 09:37 Uhr
0
Dabei seit: 11.10.15 | Posts: 2.209 | Reviews: 2 | Hüte: 216

@raven13

Ich muss leider Tim und Silencio da recht geben. Du hast irgendwo einen Denkfehler oder du interpretierst die Daten falsch. Ich weiß, dass die Kino Landschaft eine völlig andere ist als früher, da gibt es auch massig Videos bei YT von CSB, Moviepilot, David Hain und Robert Hoffmann. Ich habe diese Woche viel um die Ohren, sonst würde ich mich mehr in die Problematik rein knien. Aber bitte schaue dir noch andere Statistiken und Meinungen an, irgendwo hast du einen großen Denkfehler, da bin ich mir sicher. Sorry, wenn ich das so platt dahin sage, sonst mache ich ja sowas nicht.

"I’ll do my best."

"Your best! Losers always whine about their best. Winners go home and fuck the prom queen."

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
16.07.2019 08:52 Uhr | Editiert am 16.07.2019 - 08:55 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 1.658 | Reviews: 37 | Hüte: 166

@ Tim

"Eine Steigerung von 50% in 20 Jahren halte ich für arg untertrieben."

Das war nur ein Teil dessen, was die Statistik schrieb und was ich wiedergegeben habe. Ich habe ja hinzugefügt, dass 3D-Filme eta 100 % teuerer sind als die normalen 2D-Filme. Ich bin in meiner Rechnung daher von einer durschnittlichen Erhöhung von 75 % ausgegangen, was durchaus realistisch ist. Auch ich habe meine Tickets allesamt behalten. Die niedrigen Preise von 6 - 8 DM hatte ich z. B. nur im Dorfkino, zur selben Zeit kosteten die Tickets im Cinemaxx bereits 12 bis 14 DM. Heute liegt der Durchschnittspreis im selben Cinemaxx bei etwa 13 Euro, mal zahle ich nur 10 Euro und mal 16 Euro, während die kleineren Kinos bei uns noch immer nur maximal 10 Euro nehmen.

"Heute gibt es nur noch Blockbuster oder gefühlt Arthouse, dazwischen fast nichts mehr. Ganze Genre sind in den Kinos verschwunden. Was die hohen Einnahmen angeht, sind das ganz bestimmte Genre, auf die das Kino inzwischen reduziert wurde."

Welche Genres sollen das denn sein? Ich sehe immer noch von Dramen, Musicals, Liebesfilmen, Komödien, Horror, Sci-Fi, Action, Thriller, Mafiafilme, Animationsfilme und Trash alles mögliche im Kino. Und in jedem Genre gibt es Hochglanzvertreter und Arthouse. Keine Ahnung, was da fehlen sollte. Okay, Zeichentrickfilme fehlen, aber dafür gibt es Animationfilme, die ebenfalls ihre Klasse haben, wenn sie auch grafisch schlechter altern.

"Als Armageddon lief, gab es eigentlich nur Westeuropa und die USA. Inwischen läuft es auch in Osteuropa, Russland etc sehr viel besser, dazu kommt der wohl entscheidende Faktor China. Allein China sorgt bei vielen Produktionen für Zuwächse, die früher einem großen Blockbuster entsprochen haben. Das alles verzerrt das Gesamtbild."

Okay, gutes Argument, das hatte ich tatsächlich nicht mehr auf dem Schirm. wink

@ Silencio

Ich habe bezgl. der Besucherzahlen in Deutschland übrigens auch eine andere Statistik gefunden:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2194/umfrage/entwicklung-der-anzahl-der-kinobesucher-in-deutschland-seit-1993/

Aus dieser geht nicht hervor, dass die Besucherzahlen extrem gesunken sind. Seit 2000 sind sie ungefähr gleich geblieben, bis auf das schwache Jahr 2018. Aber erstmal sollte man nun die Zahlen von 2019 abwarten, bevor man gleich den Teufel an die Wand malt. Die Deutschen mögen halt auch sehr gerne Fantasy, und davon gab es in letzter zeit nicht so viel. 2001 bis 2003 waren sicherlich auch wegen Herr der Ringe so stark, denn diese waren in Deutschland überaus erfolgreich, während Comicverfilmungen in Deutschland eher weniger beliebt sind.

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Tim : : King of Pandora
15.07.2019 23:46 Uhr
0
Dabei seit: 06.10.08 | Posts: 2.921 | Reviews: 192 | Hüte: 79

@Raven13
Die Statistiken die du rausholst, sind ganz cool. Aber in deiner weiterführenden Argumentation sind meiner Meinung nach etliche Denkfehler. Eine Steigerung von 50% in 20 Jahren halte ich für arg untertrieben. Auch die dort genannten Durchschnittspreise sind ohne genaue Kenntnisse der Zusammensetzung der Daten für eine Diskussion ungeeignet. Ich brauche mir nur das hiesige Multiplex anschauen. Ich war damals bei Armageddon im Kino, habe damals alle Kinotickets gesammelt. Damals lag der Ticketpreis je nach Kinotag zwischen 6 - 12 DM. Heute kostet der Kinotag schon mehr als 7 Euro, wenn man am Wochenende geht und nicht in der zweiten Reihe sitzen will, gehen die Preise mit Zuschlägen, 3D, Überlängen schnell auf 17-18 Euro.

Und natürlich wirkt es so, als wenn heute die Filme erfolgreicher sind, weil damals die Masse der großen Filme nur zwischen 400-600 Mio. $ lag. Ein Blockbuster darüber war die absolute Ausnahme. Ein Film der 100 Mio. $ einspielte, war der absolute Hit. Die Kinolandschaft hat sich aber massiv seitdem verändert. Heute gibt es nur noch Blockbuster oder gefühlt Arthouse, dazwischen fast nichts mehr. Ganze Genre sind in den Kinos verschwunden. Was die hohen Einnahmen angeht, sind das ganz bestimmte Genre, auf die das Kino inzwischen reduziert wurde. Massenkonforme und gut vermarktbare Franchises, Risiko kaum mehr vorhanden. Warum spielen die so viel mehr ein als früher? Du vergisst hier die veränderte globale Situation.

Als Armageddon lief, gab es eigentlich nur Westeuropa und die USA. Inwischen läuft es auch in Osteuropa, Russland etc sehr viel besser, dazu kommt der wohl entscheidende Faktor China. Allein China sorgt bei vielen Produktionen für Zuwächse, die früher einem großen Blockbuster entsprochen haben. Das alles verzerrt das Gesamtbild.

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
15.07.2019 23:09 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 1.658 | Reviews: 37 | Hüte: 166

@ Silencio

Die durchschnittlichen Kinopreise sind in den letzten zwanzig Jahren um etwa 50 % gestiegen, der preis für ein 3D-Ticket entspricht in etwa einer 100 %-Steigerung. Quelle:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/3073/umfrage/durchschnittlicher-kinoeintrittspreis-in-deutschland-seit-2002/

Wenn ein Film um 2004 herum also 300 Mio. Dollar eingenommen hat, dann wären das heute etwa 525 Mio. Dollar (Gemisch aus 2D und 3D). Ich habe ja außerdem auch keine direkten 1:1-Vergleiche vorgenommen, sondern nur Bereiche abgesteckt, da mir die Inflation durchaus bewusst ist. Nichtsdestotrotz nehmen heute die Blockbuster nicht nur etwa 50 %, sondern gar 100 % bis 200 % mehr ein als die Blockbuster damals. Und dennoch sind Prozentzahlen unwichtig, wenn man die absoluten Zahlen miteinander vergleicht. Ich ziehe hier gerne nochmal mein Beispiel mit Armageddon heran: Der Film hatte ein Produktionsbudget von 140 Mio. Dollar und hat 540 Mio. Dollar eingespielt. Abzgl. Abgaben von ungefähr 50 % bleiben noch 270 Mio. Dollar übrig, was einem Gewinn von etwa 130 Mio. Dollar entspräche, ohne Marketingkosten mit einzubeziehen. Das galt damals als erfolgreich. Heute kosten Blockbuster im Schnitt auch nur um die 150 Mio. Dollar, manchmal auch 200 Mio. Dollar und die Ausnahmen noch mehr. Aber die Einnahmen von 1,2 Mrd., also 600 Mio. abzgl. der Abgaben entsprechen letztlich einem Gewinn von mehr als 400 Mio. Dollar, was effektiv um mehr als 100 % erfolgreicher ist als die Gewinne damals.

Dass die Zuschauerzahlen insgesamt also so stark zurückgehen, kann man eigentlich eher dem Internet und dem Streaming zuschreiben, nicht den Ticketpreisen oder der veränderten Filmlandschaft, denn mehr Blockbuster sind eigentlich genau das, was der "normale" Zuschauer sehen will. Ich sehe den Großteil der Schuld eindeutig beim "billigen" Streaming, das eher auf Quantität als auf Qualität setzt. Die Qualität im Kino (Bild und Ton) hat deutlich zugenommen, da ist es traurig, dass die wenigsten das zu schätzen wissen.

Was Disneys Filme angeht: 1999 komme ich auf keine 20, sondern nur auf 13 Filme. Aber wenn man alles Unterstudios miteinrechnet, wie z. B. Pixar, dann muss man auch Marvel mit einbeziehen. Und mit den Marvel-Filmen unter Disney waren es letztes Jahr 14 Filme.

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Silencio : : Moviejones-Fan
15.07.2019 21:29 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.681 | Reviews: 47 | Hüte: 171

Raven:

Anzahl Kinobesucher in Deutschland zwischen 2001 und 2018. Trotz Zunahme an Megablockbustern ein DEUTLICHER Abwärtstrend. Das sieht in den USA übrigens nicht großartig anders aus, der Absturz ist nur nicht ganz so steil.

Zum zweiten Absatz kann ich eigentlich nur wiederholen, was der Rest hier schon gesagt hat: du kannst die Einspielergebnisse der Filme nicht einfach vergleichen, weil die a) inflationsbereinigt werden müssten und b) die Ticketpreise nicht mit der Inflation gestiegen sind, sondern das leicht drüber liegt. Wenn ein Film 1999 zB 200 Millionen eingespielt hat, werden den ungleich mehr Leute gesehen haben, als wenn heute einer diese Summe macht. Du kannst nicht behaupten, Filme wären gleich erfolgreich und Besucherzahlen wären gleichbleibend, wenn du die beiden wichtigsten Faktoren, die das am Ticketpreis beweisen könnten, einfach rauslässt.

Disney hat 1999 übrigens 20 Filme veröffentlicht. Letztes Jahr nur 11. Nein, die bringen jetzt nicht mehr Filme als vorher, die Produktion bei den großen Sechs wird arg zurückgefahren. Dass heute mehr Filme veröffentlicht werden (wobei die IMDb da kein guter Gradmesser ist), mag ja sein, das liegt aber vor allem daran, dass Streamingbibliotheken mit Schund gefüllt werden und so ziemlich jeder seinen Schmarn auch veröffentlicht kriegt. Anders ausgedrückt: mehr originelles Kino kriegst du deswegen nicht zu sehen. Und um Kino geht es hier ja gerade.

"I know writers who use subtext... and they are all cowards."

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
15.07.2019 19:13 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 1.658 | Reviews: 37 | Hüte: 166

@ Silencio

"Besucherzahlen sind insgesamt rückläufig, da helfen auch die Blockbuster nicht. Die neuen Einspielrekorde haben nichts mit Zuschauerrekorden zu tun, sondern mit ansteigenden Ticketpreisen. Mittlerweile geht es übrigens auch den Kettenkinos nicht mehr besonders gut, da werden auch die Besucheranstiege zu den Startwochenenden, die den Trend insgesamt nicht auffangen köönen, nichts dran ändern. Der Megablockbuster ist schlecht für die Kinolandschaft."

Das kann ich ehlich gesagt nicht wirklich glauben. Hast du dafür Quellen und Belege? Z. B. liegen lt. aktuellen Statistiken die Besucherzahlen von Blockbustern in Deutschland seit 1966 im Schnitt immer bei 9 bis 12 Mio. Besuchern, bis auf wenige Ausnahmen nach oben, wie z. B. Das Dschungelbuch aus den 60ern. Und da heute mehr Blockbuster laufen, sind die Kinos auch regelmäßiger viel voller. Wenn damals ein Saal-füllender Blockbuster lief, dann war das zwar für einige Wochen klasse, aber wenn dann zwischen den Blockbustern monatelang nur Nischenfilme liefen, dann waren die Kinos entsprechend auch längere Zeit ziemlich leer, was gerade für kleine Kinos mit nur einem Saal ziemlich schlecht ist, da die Fixkosten trotzdem anfallen. Ich selbst habe die Erfahrungen Ende der 90er gemacht. Nur die Blockbuster, die damals noch recht selten waren im Vergleich zu heute, haben für volle Säle gesorgt, bei allen anderen Filmen blieben die Säle recht leer.

"Übrigens versteh ich auch nicht so ganz, was deine Grafik aussagen soll: ein paar von dir handverlesene Filme ändern nichts an dem Fakt, dass die Studios heutzutage wesentlich weniger Filme produzieren als noch vor 20 Jahren. Bleibt auch nicht aus, wenn die all ihre Ressourcen in die (überspitzt) drei Filme pro Jahr stecken, die die garantierten Erträge einfahren."

Meine Grafik soll zeigen, dass die gesamte Anzahl an erfolgreichen Filmen (mehr als 200 Mio. Dollar Gesamtumsatz) zwar zugenommen, aber die Anzahl an Original-Filmen (grüne markierte) immer noch etwa gleich hoch geblieben ist. 1999 gab es insgesamt z. B. 15 Original-Filme, die es auf mehr als 200 Mio. Dollar gebracht haben, 2009 sogar 18 Original-Filme und 2018 noch 12 Original-Filme. Das ist doch alles noch im normalen Rahmen und ich sehe da nichts von einer Marktschädigung. Außerdem habe ich in meinem Vorpost darauf hingewiesen, dass einige Filmperlen 2018 wesentlich erfolgreicher waren als noch die Filmperlen 1998 und 1999, aber ich muss mich ja nun jetzt nicht wiederholen. Zudem zeigt meine Grafik, dass der Gesamtumsatz enorm zugenommen hat und die Filme heute zum Teil weit über eine Mrd. Dollar einnehmen, was sich Ende der 90er 99 % aller Filme nur hätten erträumen können, Inflation und Preissteigerungen mal außen vorgenommen.

Übrigens hat die Gesamtzahl an produzierten Filmen definitiv zugenommen und nicht abgenommen. Wenn ich bei IMDB schaue, wieviele Filme allein 2018 veröffentlicht wurden (etwa 10.000 Filme weltweit), dann ist das enorm viel mehr als noch in den 90ern. Schau dir nur Disney an und was da jährlich veröffentlicht wird. Soviel hatten sie vor zwanzig Jahren nicht mal ansatzweise.

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Silencio : : Moviejones-Fan
15.07.2019 13:28 Uhr
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Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.681 | Reviews: 47 | Hüte: 171

Raven:

Besucherzahlen sind insgesamt rückläufig, da helfen auch die Blockbuster nicht. Die neuen Einspielrekorde haben nichts mit Zuschauerrekorden zu tun, sondern mit ansteigenden Ticketpreisen. Mittlerweile geht es übrigens auch den Kettenkinos nicht mehr besonders gut, da werden auch die Besucheranstiege zu den Startwochenenden, die den Trend insgesamt nicht auffangen köönen, nichts dran ändern. Der Megablockbuster ist schlecht für die Kinolandschaft.

Übrigens versteh ich auch nicht so ganz, was deine Grafik aussagen soll: ein paar von dir handverlesene Filme ändern nichts an dem Fakt, dass die Studios heutzutage wesentlich weniger Filme produzieren als noch vor 20 Jahren. Bleibt auch nicht aus, wenn die all ihre Ressourcen in die (überspitzt) drei Filme pro Jahr stecken, die die garantierten Erträge einfahren.

"I know writers who use subtext... and they are all cowards."

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Rafterman : : Moviejones-Fan
15.07.2019 13:10 Uhr | Editiert am 15.07.2019 - 13:11 Uhr
0
Dabei seit: 18.01.17 | Posts: 527 | Reviews: 0 | Hüte: 17

@Raven13 Grade das Popcorn und Getränke sind in den Ketten eben unterstes Niveau. Popcorn das in Fabriken produziert und nur angeliefert und aufgewärmt wird und eine bescheidene Bierauswahl. Bild und Sound sind da nicht alles und ab einer gewissen Saalgröße stört mich eher die Masse an Menschen, als dass ein größeres Bild von Vorteil wäre. Ich habe zum Glück noch eine kleinere Kinokette die ich besuchen kann und hoffe, dass diese sich noch lange hält. Da verzichte ich eher auf ne neuere Atmos Generation, oder Wackelsitze. Aber natürlich geht es denen gut, bei der wenigen Konkurrenz gibt es ja keinen Preiskampf mehr.

Ich sage immer die Wahrheit. Sogar wenn ich lüge!

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